Eurasien - Politik

© DIPLOMATIE GLOBAL 2013
| Kontakt| Über uns| Links

Es scheint, dass es im syrischen Konflikt zu einem lang erwarteten Durchbruch kommt. Die Parteien sind bereit, am Verhandlungstisch zu sitzen, um mögliche Wege zur Lösung der langwierigen und blutigen Konfrontation zu diskutieren. Diesmal sind an den Verhandlungen nicht nur die direkten Teilnehmer, sondern auch diejenigen, die indirekt an diesem Konflikt beteiligt sind, beteiligt. Und sie sind bereit, dies auf einem neutralen und daher sehr geeigneten Territorium in der Hauptstadt von Kasachstan, Astana, zu tun.

Die Verhandlungen über die Beilegung des syrischen Konflikts dauern seit Anfang der Auseinandersetzungen mehr als fünf Jahre an. Während dieser Zeit haben sich die Formate und Diskussionspodien sowie die Liste der Teilnehmer geändert. Es waren die Treffen in Lausanne, Genf und Wien. Es waren dreieinhalb Jahre erfolgloser Versuche, das Feuer des Bürgerkrieges zu stoppen. Die Kriegsopfer betragen nach verschiedenen Quellen etwa 400 000 Menschen. Fast sieben Millionen Syrer wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen und Flüchtlinge zu werden.

Natürlich können die Zahlen der Statistik nicht das Schmerzen und die Schrecken dieses Krieges vermitteln, sie können nicht das Schicksal der unglücklichen Kinder, die Waisen geworden sind, und die untröstlichen Mütter, die ihre Söhne verloren haben, vermitteln. Um das volle Ausmaß der syrischen Tragödie zu verstehen ist es wichtig, Fotos von Städten des früher wohlhabenden Landes des Mittleren Ostens mit aktuellen Aufnahmen zu vergleichen. Überall sind Ruinen und Asche zu sehen. Man kann darüber lange streiten, wer daran schuld ist. Aber ist es notwendig? Es ist wichtiger, die Frage "Was ist weiter zu tun" zu beantworten. Und dies verstehen alle Beteiligten, die direkt oder indirekt in den Konflikt einbezogen sind. 

Die Bereitschaft zur Teilnahme an den Verhandlungen haben die Vertreter der Behörden und der gemäßigten Opposition von Syrien, Delegierte aus Russland, der Türkei, Iran, Saudi-Arabien und Katar ausgedrückt. Die Unterstützung für die Sitzung in Astana hat man in den Vereinigten Staaten, in China und bei den Vereinten Nationen geäußert. Es ist zu betonen, dass die Initiative in diesem Fall nicht aus Astana kam. Das Interesse an den Friedensverhandlungen auf kasachischem Territorium haben die Präsidenten Russlands und der Türkei in einem Telefongespräch mit Nursultan Nasarbajew zum Ausdruck gebracht. Der kasachstanische Führer äußerte seine Bereitschaft, eine Plattform dafür zu bieten und alle notwendigen Voraussetzungen für solche Verhandlungen zu etablieren. Jetzt wurde diese Angelegenheit bereits auf der Ebene der Außenministerien der obengenannten Länder besprochen. 

Warum Astana? Solche Frage muss man vielleicht nicht stellen. Die Wahl überrascht wohl wenige Menschen. Kasachstan ist ein neutrales Land, das nicht im Syrienkonflikt involviert ist. Und es ist sehr wichtig für alle Parteien des Konflikts. Darüber hinaus hat Kasachstan bereits mehrmals die Rolle des Friedensstifters gespielt. Das offizielle Astana hat eine bedeutende Rolle bei der Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und der Türkei in der akuten Phase des Konflikts zwischen den beiden Ländern wegen des abgeschossenen russischen Flugzeugs gespielt. Darüber hinaus war Kasachstan auch ein wichtiger Vermittler bei der Beilegung des iranischen Atomprogramms und hat mehrmals seine Bereitschaft erklärt, den diplomatischen Rahmen für Gespräche zu organisieren, um die Situation in Donbass zu lösen. Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren erwarten Experten, dass die Syrien-Gespräche in Astana erfolgreicher als die Treffen im Genf-Format verlaufen werden. Einige Politiker bezeichnen die Verhandlungen in Genf als gescheitert. 

Zudem ist anzumerken, dass sich Astana zweimal für diesbezügliche Verhandlungen zur Verfügung gestellt hat. Zurzeit gibt es nur ein einziges Dokument, das auf die Beilegung der syrischen Krise gerichtet ist und von allen Beteiligten akzeptiert wurde. Das ist die Deklaration von Astana. 

Man muss zugeben, dass man von diesen Verhandlungen viel erwartet. Man erwartet, das Blutvergießen zu stoppen und die Einigung zwischen den Behörden von Syrien und dem Teil der syrischen Opposition zu erreichen, mit dem es möglich und sinnvoll ist. Und für beide Seiten ist Kasachstan ein angesehenes Land, ein wichtiger Spieler in der internationalen Arena. Deshalb gibt es die Hoffnung, dass der Dialog schließlich konstruktiver sein wird. 

Inzwischen glauben einige Experten, dass die Verhandlungen in Astana eine entscheidende, wenn nicht sogar die letzte Rolle bei der Lösung des Konflikts spielen kann. "Das Treffen in Astana wird eine entscheidende, wenn nicht sogar die letzte Rolle bei der Beilegung dieses Konflikts spielen. Dieser Konflikt ist langwierig. Daher werden die Verhandlungen in Astana natürlich von großer Bedeutung sein, aber der Konflikt wird nicht durch nur eine Sitzung beigelegt. Meiner Meinung nach ist es notwendig, ein ständiges Diskussionspodium gerade in dieser Frage zu schaffen", - glaubt der Experte Burkitbay Ayagan, Direktor des Instituts für Staatsgeschichte des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft der Republik Kasachstan.

 

 


Quelle: Sputnik 2017
Astana wird zum Ort der Verhandlungen für Syriens Zukunft



Christian Hellberg
Mitte Januar 2017
tell a friend
  Unbenannte Seite
tell a friend