Die aktuelle internationale Lage wird von einer ganzen Reihe destabilisierender Faktoren geprägt. Die Konfliktzonen in den verschiedenen Gegenden der Welt erweitern sich, die Herausforderungen für die globale Wirtschaft steigen von Tag zu Tag und neue demografische Probleme erscheinen auf der Tagesordnung. Eine effektive Lösung all dieser Probleme verlangt eine Überprüfung der im 20. Jahrhundert entstandenen Positionen und die Anpassung von Instrumenten und Maßnahmen sowohl in der Wirtschaft, als auch in der Politik.

In diesem Sinne werden oft die Schwergewichte", wie die UNO, für ihre Unfähigkeit kritisiert, negative Entwicklungen zu verhindern und die Gewalt in vielen Regionen der Welt zu stoppen. Dabei muss nicht nur der internationale Dialog auf den institutionellen Plattformen modernisiert werden, sondern auch die Denkansätze und die Verwendung passender moderner Instrumente.

Konflikte der letzten zehn Jahre und die turbulenten Prozesse in der Weltwirtschaft zwingen die Staatsoberhäupter nach eigenen, angemessenen Lösungen zu suchen. Nützlich sind Lösungen, die nicht nur im Rahmen eines Staates angewendet werden, sondern auch im globalen Rahmen gelöst werden können.

In diesem Sinne schlug 2011 der Präsident Kasachstans Nursultan Nasarbajew vor, eine globale Kommunikationsplattform G-Global" zu gründen. Die Idee war alle Staaten ohne Ausnahme, nicht wie bei G-8" oder G-20", zu vereinigen. Dieses Projekt ist, wie man in Kasachstan behauptet, keine Alternative zu den bestehenden G-8" und G-20", sondern ein zusätzliches Instrument für den Weltdialog. Dieses Projekt könnte einen neuen Impuls für die globalen Konfliktlösungen geben und zusätzliche Möglichkeiten zur Teilnahme aller Akteure der Weltöffentlichkeit an einem offenen Dialog bieten. Der kasachische Präsident schlug allen Staaten vor, sich an der Ausarbeitung einer Strategie zu beteiligen, die die Welt von Kriegsgefahren für immer befreit.

Heutzutage ist diese kommunikative Plattform G-Global" eine multifunktionale Internet-Plattform, die Experten und Wissenschaftler aus der ganzen Welt zur Erörterung Fragen der Weltentwicklung vereint. Innerhalb von fünf Jahren brachte G-Global" mehr als 30.000 Experten aus 150 Ländern zusammen. Das Projekt wurde von 14 Nobelpreisträgern unterstützt, unter denen Robert Mundell, John Nash und Robert Kornberg sich befinden. Die Vertreter von internationalen Organisationen, der Geschäftswelt, Wissenschaft und Bildung spielen eine aktive Rolle bei der Entwicklung des Projekts. Zur Arbeitsplattform für G-Global" wurde das Astana Economic Forum", das jedes Jahr in Astana statt findet.

Jeden Tag suchen Intellektuelle nach Lösungen für zahlreiche Herausforderungen und Probleme, von denen der Frieden in der ganzen Welt abhängt. Im Rahmen dieser Plattform werden oft Expertendiskussionen zu sozial-politischen, finanziellen, wirtschaftlichen und humanitären Fragen organisiert.

Im Rahmen des Astana Economic Forum" unterstütze der IWF-Direktor Daniel Heller die kasachischen Vorschläge für einen offenen Weltdialog. Er unterstrich, dass die Idee des Übergangs von den beschränkten Gruppenclubs zum G-Global" mit den Ideen des IWFs als Institut für globale Entwicklung übereinstimmt.

Heute kommen auch Vorschläge von Wissenschaftlern und Experten aus verschiedenen Ländern für das erste Forum G-Global" im Rahmen der Weltmesse EXPO-2017" in Astana. Es gibt die Meinung, dass diese Konferenz an einem Ort führende Politiker, Experten und Vertreter internationaler Organisationen zusammenbringen kann.

Der ehemalige britische Außenminister Lord Douglas Hurd bezeichnete die Initiativen des kasachischen Präsidenten als völlig realistisch und ausgewogen. Besonders aktuell sei nach seiner Meinung die Verabschiedung des globalen Antikrisenplans, der im Rahmen des Astana Economic Forums" bereits besprochen wurde. Er glaubt darüber hinaus, dass der Terrorismus, die globale Migration und andere Probleme die Folgen der Wirtschaftskrise, der Armut, der Arbeitslosigkeit und des Analphabetentums sind. Und nur gemeinsam seien diese Probleme zu lösen.

Wie ausländische Beobachter bestätigen, stellen die Ideen von Nasarbajew die erfolgreichen Erfahrungen der Republik Kasachstan in der Welt dar. In der heutigen instabilen globalen Situation mit Kriegen gewinnen die Ideen des kasachischen Staatschefs an praktischer Bedeutung.

Es ist zu erwähnen, dass Kasachstan im Sommer 2016 als nichtständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates für die Jahre 2017-2018 gewählt wurde. Von der UNO-Struktur aus plant die Republik aktiv die Herangehensweise im Bereich der globalen Sicherheit und Entwicklung, verbunden mit den Prinzipien der G-Global", durchzusetzen.

Die internationalen Experten sind der Ansicht, dass der Initiator von G-Global" eindeutig neue Impulse zum globalen Dialog zwecks der Konfliktlösung und im Kampf mit allen Herausforderungen geben kann. Kasachstan als relativ junger Staat sammelte eine solide Erfahrung auf dem Gebiet der globalen Sicherheitsbildung. Astana trat nicht nur einmal mit progressiven Initiativen hervor, deren Perspektiven die Weltöffentlichkeit nicht sofort erkannte.

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Kasachstans Plattform „G-Global“ zeigt erste Erfolge



Konstantin Laffenbach
Mitte Dezember 2016