Eurasien - Politik

© DIPLOMATIE GLOBAL 2013
| Kontakt| Über uns| Links

Eines der stabilsten Länder in der ehemaligen Sowjetunion, Kasachstan, musste eine Woche im Modus einer Anti-Terror-Operation leben. Religiöse Radikale machten einen gewagten Überfall auf eines der größten Industriezentren des Landes, auf die Stadt Aktöbe. Die Sicherheitskräfte reagierten schnell. Alle Angreifer wurden festgenommen. Dennoch bleibt das Land in Alarmbereitschaft. Wie auch immer sich die Dinge in Kasachstan entwickeln, das Land wird in der Lage sein die Stabilität aufrechtzuerhalten und das ist heute die wichtigste Frage der Besorgnis nicht nur von Kasachstan, sondern auch der Nachbarländer.


Das Wort "Terroranschlag" in Kasachstan bezieht sich in der Regel bei der Erwähnung auf Terroranschläge in anderen Ländern. Auch in einem Umfeld, in dem der Terrorismus Grenzen sprengte, gelang es Kasachstan zunächst erfolgreich, dem Druck dieser "Pest" einiges entgegen zu setzen Dies ist trotz der geografischen Nähe zu einem der Weltzentren der Ausbreitung des Terrorismus, Afghanistan, gelungen. Allerdings traf es dann am 5. Juni 2016 auch Kasachstan. Die Strafverfolgungsbehörden des Landes haben gut gearbeitet. Sie schafften es, die Extremisten zu stoppen und große Verluste unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden.

Es ist bemerkenswert, dass in der gleichen Woche eine groß angelegte Anti-Terror-Operation in Israel durchgeführt wurde, einem Land, dessen Erfolg im Kampf gegen den Terrorismus die gesamte Weltgemeinschaft anerkennt. In einem Land, von dessen Erfahrungen bezüglich Sicherheit andere Länder lernen. Trotz all dieser Fortschritte auf dem Gebiet der Verteidigung Israels werden dort regelmäßig Terroranschläge begangen. Zu diesem Zeitpunkt haben die Militanten besondere Kühnheit und Zynismus besessen. Sie griffen in Tel Aviv ein Gebäude des Ministeriums für Verteidigung an. Der Angriff tötete vier Menschen, 16 wurden verletzt. Die israelischen Behörden haben als Reaktion die Sicherheit im ganzen Land verschärft und versprochen, andere defensive Maßnahmen zu ergreifen.

In Kasachstan wurden entsprechende Maßnahmen nicht nur auf die Verbesserung der Sicherheit beschränkt. In kürzester Zeit wurde eine umfassende Strategie etabliert, um die Wiederholung ähnlicher Angriffe in Zukunft zu verhindern. Umfassend, weil ihre Umsetzung nicht nur die Zuständigkeit der Strafverfolgungsbehörden, sondern auch der Ministerien für Wirtschaft und sogar der Spitzenbehörden für Gesundheit und Sozialschutz tangieren. Auf einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats forderte Präsident Nursultan Nasarbajew nicht nur die Strafen für Kasachstaner zu erhöhen, die für internationale terroristische Organisationen tätig sind, sondern auch die Möglichkeit der Durchführung von speziellen Operationen zu vereinfachen sowie die Kontrolle über die Verbreitung von Waffen zu stärken. Darüber hinaus sprach er sich dafür aus, das System der Migrationskontrolle zu modifizieren.

Zudem ist der Kampf gegen Arbeitslosigkeit extrem wichtig. In Kasachstan ist man sich zum Glück bewusst, dass das Problem nicht nur mit Sicherheitsmaßnahmen gelöst werden kann, um zu gewinnen. Daher wird nun jedem Arbeitslosen im Land individuelle staatliche Fürsorge zuteil. Für Vorschläge für ihre Beschäftigungen hat Präsident Nursultan Nasarbajew dem Ministerium für Gesundheit und Soziales und den Akimaten eine Frist von zwei Monaten gesetzt.

Die kompetente Politik Kasachstans in allen Fragen, ob es der Kampf gegen den Terrorismus oder gegen die globale Finanzkrise ist, hat nach Meinung von Experten sich zu einem Schlüsselfaktor für die Attraktivität Kasachstans für Investoren entwickelt. Trotz der Anschläge von Aktöbe hat sich die Stimmung der Investoren gegenüber dem Land nicht verschlechtert. Das ist im Allgemeinen nicht verwunderlich. Wie die Praxis zeigt, sind die Auswirkungen der terroristischen Aktivitäten auf die Wirtschaft gering.

Kasachstan hat es auf brillante Art und Weise geschafft, mit den schwierigen Herausforderungen fertig zu werden und seine Ziele zu verfolgen. Daher wird sich das Investitionsklima im zentralasiatischen Staat weiterhin positiv entwickeln und das Wirtschaftswachstum bleibt stabil.


Einzelne Terrorakte, unabhängig von ihrer Intensität, können keinen ernsten wirtschaftlichen Schaden für das Land darstellen und seine Partner dazu zwingen, ihre positive Haltung gegenüber ihm zu überdenken. Die Regierung in Astana ist in der Lage Bedingungen zu schaffen, die die Ausbreitung des Terrorismus erschwert. Dieses effektive Managementsystem und eine offene, sehr liberale, innere Ordnung sowie ein Minimum an Bürokratie im Vergleich zu anderen Ländern in der Region ziehen ausländische Investoren an. Daher werden die Ereignisse in Aktöbe keinen Einfluss auf die Bedeutung Kasachstans als bedeutender internationaler Wirtschaftsstandort haben.

 


©picture-alliance/dpa/T.Kazangapov
Foto : dpa
ukrinform.de
DW.com
Der Terroranschlag von Aktöbe hat keine Auswirkung auf die
Stabilität Kasachstans

Christian Hellberg
Ende August 2016
  Unbenannte Seite
tell a friend
tell a friend