Kasachstan steht wieder im Fokus der internationalen Presse, diesmal wegen eines tragischen Ereignisses: Des Terroranschlags im Zentrum des Gebiets Aktöbe. Extremisten, radikale Anhänger einer pseudoreligiösen Lehre, beraubten zwei Waffenläden, begannen Schusswechsel mit der Polizei und attackierten danach einen Militärstützpunkt mit dem Ziel, schwere Waffen zu erobern. Drei Militärangehörige und fünf Einwohner der Stadt Aktöbe sind dabei ums Leben gekommen. Diese Attacken haben die Gesellschaft in Kasachstan zusammengebracht. Sie sollten der Bevölkerung noch mehr Angst einjagen, den Glauben der einfachen Menschen an die Fähigkeit des Staates sie zu beschützen, untergraben. Die Drahtzieher erreichten aber genau den gegensätzlichen Effekt. Die Angriffe haben sich vor dem heiligen Ramadan ereignet. Allein diese Tatsache mobilisierte die Gesellschaft Kasachstans für den unerbittlichen Kampf gegen die Radikalen.

Andererseits zeigten die effektiven Handlungen der Sicherheitskräfte die Fähigkeit des Staates, der Terrorgefahr zu widerstehen. Polizei und Nationalgarde konnten die Verbrecher stoppen. Im Laufe des schrecklichen Ereignisses wurden 13 Terroristen getötet sowie sechs verletzt und ins Verhör genommen. In Kasachstan wurde die gelbe Terrorwarnstufe ausgerufen. Alle, die dieses Ereignis als Zeichen des „Zusammenbruchs" von Kasachstan sehen, vergessen eine Tatsache. Die Stabilität ist wie ein Lebewesen und wird von Viren attackiert. Kurzum kann man sagen, dass Kasachstan in diesem Frühling eine schwere Grippe durchgestanden hat. Laut einigen Angaben planten auch radikale religiöse Gruppierungen im Zuge dieses Krawalls sich zu entfalten. Und den Terroranschlag in Aktöbe sollte man als einen neuen Kampfanlauf betrachten. Die in die Ecke gedrängten Extremisten organisierten einen brutalen Überfall, aber sie bereiteten sich nicht ordentlich vor und wurden deswegen fast alle liquidiert.

Einige Presseartikel verbreiteten die Information, dass die Terroristen aus Aktöbe angeblich eine „Befreiungsarmee Kasachstans" sind. Die Gesellschaft Kasachstans antwortete eindeutig: Das Land lässt sich nicht seiner Freiheit berauben! Man kann heute behaupten, dass die Terroranschläge von Aktöbe die Gesellschaft in Kasachstan gestärkt haben. Es ist nicht verwunderlich, dass man in der zentralasiatischen Republik die Evolution statt Revolution bevorzugt. Die Beispiele aus den Nachbarländern, die in ihrer Entwicklung einige Jahre zurückgeblieben sind, sind eindeutig. Drastisch sind auch Beispiele der Demokratisierung in einigen Staaten des Nahen Ostens, die durch die Aggression von außen ihre eigene Staatlichkeit praktisch verloren haben. Es ist mittlerweile klar, dass Kasachstan eine starke Immunität gegen jegliche Art von negativen Außenwirkungen hat.

Der Versuch, die innenpolitische Situation in Kasachstan zu
destabilisieren, ist definitiv gescheitert.


Peter Schulz
Mitte Juli 2016
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