Terroranschläge in Paris. Brutaler und zynischer Gewaltakt der Terroristen. Noch ein weiterer Terrorakt. Diesmal im Zentrum des Herzens Europas. Dies ist ein neuer Nullpunkt in der globalen Geschichte, durch den die Welt ihre Regeln ändern wird. Es ist an der Zeit, alle Spaltungen und gewaltsamen Konflikte zu überwinden und sich gegen die Hauptgefahr für die Menschheit, den internationalen Terrorismus, zusammenschließen.

Diesen Worten müssen aber konkrete Schritte folgen. Der Präsident Kasachstans Nursultan Nasarbajew stellte unlängst in der UNO seine Initiative vor, die ein Ende dem auf der ganzen Welt verbreitenden Terror setzen könnte, obwohl dies auf den ersten Blick unrealistisch erscheint. Es soll ein einheitliches globales Netz des Widerstandes gegen den internationalen Terrorismus und Extremismus etabliert werden. Das kasachstanische Staatsoberhaupt schlug die Verabschiedung eines umfassenden Dokuments im Rahmen der VN vor, wodurch die Bereitschaft aller Mitgliedsstaaten gegen den Terror zu kämpfen, verankert wird.

Ein besonderer Ansatzpunkt dieses Plans ist die Lösung globaler wirtschaftlicher Probleme. Der kasachische Präsident hält völlig zu Recht die wirtschaftlichen Probleme für die Hauptverursacher vieler negativer Erscheinungen in der Welt, einschließlich des Terrorismus. Diese Frage erfordert eine gemeinsame, systematische Herangehensweise. Nasarbajews Idee für einen weltübergreifenden Antikrisenplan rückte in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Krisen in den vergangenen Jahren zeigten die Aussichtslosigkeit von Isolationspolitik. Die Welt braucht neue Spielregeln und besser wirkende Mittel für die Behandlung vorhandener Krisen und der Vorbeugung von neuen. Seinen Lösungsplan stellte Nasarbajew ganz klar dar. Die Welt braucht eine supranationale Währung und einen globalen Finanzregulator, was der ECOSOC der UNO werden sollte. Für seine effektivere Arbeit sollte man aber zukünftig seine Zusammensetzung erweitern.

Kasachstan selbst kann als Vorbild aller Transformationen dienen, die Nasarbajew jetzt auf Weltniveau zu realisieren vorschlägt. Das Land ist das stabilste in der Region Zentralasien, vor allem im politischen Sinn. Und dies trotz der geografischen Nähe zur Hauptquelle der Instabilität auf dem eurasischen Kontinent Afghanistan. Seinen zerstörerischen Wirkungen können nicht alle seine Nachbarstaaten widerstehen.

Kasachstan ist unsere Welt im Kleinformat. So, wie die Welt in der Zukunft sein soll. In unserer fernen, aber auch nahen Zukunft. Zumindest soll diese Welt die Atomwaffen abschaffen. Die Republik Kasachstan ist das erste Land in der Geschichte der Menschheit, das durch den Beschluss seines Präsidenten die Atomtestgelände auf seinem Staatsterritorium freiwillig geschlossen und auf das viertgrößte Atomwaffenarsenal der Welt verzichtet hat. Später initiierte die Republik die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone in Zentralasien. Heute schlägt Kasachstans Präsident vor, diese Erfahrung im Nahen und Mittleren Osten zu wiederholen, also dort, wo die heutige Hauptgefahr für unsere Sicherheit in der ganzen Welt liegt. In der Region, wo endlose Kriege zu unkontrollierbarer Migration, Terrorismus und Chaos führten. Diese Maßnahme wird dort am meisten gebraucht.

Was die Wirtschaft angeht, dient Kasachstan schon heute als Beispiel für viele Theoretiker. Aus der schwersten Weltwirtschaftskrise 2008-2009 kam das Land mit minimalen Verlusten heraus. In der heutigen größeren Krise verabschiedete das Land einen radikalen Antikrisenplan, der bereits implementiert wird. In Astana baut man das Wirtschaftssystem so um, damit es künftig keine Krankheiten mehr erlebt. Das Programm 100 konkreten Schritte" wurde ins Leben gerufen und sieht radikale Maßnahmen vor. Der ehemalige Minister für wirtschaftliche Entwicklung Russlands und heutige Chef der Sberbank German Gref nannte dieses Programm als eines der besten Dokumente, die er je gesehen hat". Er sagte, wenn Kasachstan schon 50 Schritte unternimmt, wird es prinzipiell ein anderes Land sein.

Kasachstan ist bereits heute ein anderes Land geworden. Kasachstan erlebt heutzutage die neue Zukunft, über die der Präsident gesprochen hat. Das Projekt New Future", was die Gewährleistung der Atom-, Energie-, Wasser- und Ernährungssicherheit sowie gegenseitiges Vertrauen, Verständnis und Reformen vorsieht, wurde in Kasachstan schon verwirklicht. Jetzt möchte Nasarbajew dies zusammen mit seinen Kollegen aus anderen Ländern im globalen Maßstab realisieren. Die Republik Kasachstan entwickelt sich rasant, selbst wenn die Außenwelt dazu nicht beiträgt. Heute nimmt das Land unter den anderen GUS-Staaten eine führende Position in den Kategorien wie Bevölkerungswohlstand, Konkurrenzfähigkeit und Investitionsumfeld ein. Dies kann man nachvollziehen, wenn man die Belegung von Astana in verschiedenen Weltrankings ansieht.

Man soll sich mit dem erreichten nicht zufrieden geben, sondern weiter arbeiten. Vor dem Land steht noch das Ziel, sich bis zum Jahr 2050 zu den führenden 30 Ländern der Welt zu entwickeln. Wenn man die bisherige Entwicklung des Landes betrachtet, ist man zuversichtlich, dass die Republik dieses Ziel problemlos erreichen wird.

Kasachstans Rezept gegen den globalen Terrorismus



Christian Hellberg
Ende November 2015