Eurasien - Politik
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Die Republik Kasachstan ist einer der wenigen Staaten im postsowjetischen Raum, der interethnische Zusammenstöße und interne Konflikte in der Zeit der Krise am Ende der UdSSR und nach ihrem Zerfall vermeiden konnte. Die Erfahrung des Aufbauens einer erfolgreichen Multikulturalität ist beispielgebend. Das gilt nicht nur für Entwicklungsländer, sondern auch für die entwickelten Länder.

Während des Zerfalls der UdSSR bahnte sich der Nationalismus in allen Staaten des postsowjetischen Raumes den Weg. Darunter hatten vor allem ethnische Russen in den jeweiligen Unionsrepubliken zu leiden. Als Konsequenz gab es eine Massenabwanderung der russischen Bevölkerung in ihre historische Heimat. Denselben Schritt unternahmen auch die dort seit Jahrhunderten lebenden Deutschen und Polen. Viele Nationalitäten verliessen ihre Länder, weil sie Repressalien fürchteten.

Die einzige Ausnahme war Kasachstan. Obwohl es auch dort anfangs eine Auswanderungsbewegung gab, kehrten später viele Emigranten nach Kasachstan zurück. Der Hauptgrund war die überzeugende Regierungspolitik der Multikulturalität.

Bis zum heutigen Tage spielt in Kasachstan die russische Sprache eine bedeutende Rolle, denn fast die Hälfte der Bürger des Landes beherrscht die offizielle Staatssprache Kasachisch bis jetzt nicht. Dabei ist anzumerken, dass die Staatssprache nicht überall eingeführt wurde, sich aber im Laufe der vergangenen Jahre in der kasachstanischen Öffentlichkeit stufenweise durch aktive Ausbildung der Schüler in den Schulen mehr und mehr durchsetzte. Heute beherrschen fast 90 Prozent der Schulabgänger der nationalen Bildungseinrichtungen die Staatssprache auf einem ausreichenden Niveau für Kommunikation und die Bekleidung von Posten im Staatsdienst, wo erst vor einigen Jahren die kasachische Sprache obligatorisch wurde.

Laut dem Regierungsprogramm sollen 95 Prozent der Bevölkerung bis zum Jahr 2020 die Staatssprache für die Verständigung im Alltag beherrschen. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es kostenlose oder sehr preiswerte Sprachzentren im Lande.

Im Kontext der Entwicklung der nationalen kasachischen Kultur und der Sprache bekommen auch andere Sprachen und Kulturen der Vertreter von mehr als 140 Ethnien, die das Land besiedeln, die freie Entwicklung zu spüren. Die Vertreter der verschiedenen Völker, die in Kasachstan ansässig sind, sind in der einzigartigen Organisation, der Versammlung des Volkes Kasachstans, vertreten. Es handelt sich hierbei um ein beratendes Staatsorgan, angesiedelt beim Präsidenten der Republik. Die Hauptaufgabe dieses Gremiums ist die Implementierung der staatlichen Minderheitenpolitik, die Sicherstellung der gesellschaftspolitischen Stabilität im Lande und die Erhöhung der Effektivität der Wechselwirkung zwischen staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen in der Sphäre der interethnischen Beziehungen.

Durch die Unterstützung der Versammlung werden im zentralasiatischen Land Zeitungen und Zeitschriften auf 15 Sprachen herausgegeben, Rundfunksendungen auf 8 Sprachen und Fernsehsendungen auf 7 Sprachen gesendet. Es gibt 88 Schulen, wo die vollständige Ausbildung auf Usbekisch, Tadschikisch, Uigurisch und Ukrainisch durchgeführt wird. In 108 Schulen werden die Sprachen von 22 Völkern Kasachstans als selbständige Lehrfächer unterrichtet. 195 spezialisierte sprachwissenschaftliche Zentren existieren, wo nicht nur Kinder, sondern auch die Erwachsene, die Sprachen von 30 Völkern des Landes erlernen können.

Außer den kasachischen und russischen Theatern gibt es im Land noch vier weitere nationale Theatereinrichtungen. Dabei handelt es sich jeweils um ein usbekisches, uigurisches, koreanisches und deutsches Schauspielhaus. Jährlich erscheinen einige Dutzend neuer Bücher in den Sprachen der Völker Kasachstans. Viele Volksfeiertage wie Naurys, 1. Mai, das Fest der Einheit des Volkes Kasachstans, die Fastenwochen, Sabantui und andere werden traditionell begangen.

Außerdem werden neun Vertreter der Versammlung des Volkes Kasachstans, die durch den Kongress der Organisation gewählt werden, zu Abgeordneten des Madschilis, dem Unterhaus des nationalen des Parlaments, ernannt. Dadurch wird die Möglichkeit der Monopolisierung des Parlaments mit einer Nationalität ausgeschlossen und es wird die Vertretung der ethnischen Interessen verschiedener Volksgruppen der kasachstanischen Bevölkerung garantiert.

Die Voraussetzung für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Landes bleibt die Erhaltung der innenpolitischen Stabilität, einschließlich der konfliktfreien inter-religiösen Beziehungen. Zurzeit sind im Land mehr als 30 Konfessionen beheimatet. Die größten von ihnen sind der traditionelle Islam und das Christentum, vornehmlich die orthodoxe Religion. Dabei kann eine tiefe Harmonie in den inter-religiösen Beziehungen im Land beobachtet werden. Experten führen dazu aus, dass in Kasachstan von exzellenter Koexistenz zwischen den beiden größten Religionen gesprochen werden kann, wenn Christen den Moslems zum Feiertag Kurban-ait gratulieren und die Muslime den Christen zu ihren höchsten Feiertagen Glückwünsche übermitteln.

Dabei ist anzumerken, dass, obwohl Kasachstan die Entwicklung der religiösen Vielfalt im Lande unterstützt, es ein säkularer Staat ist und gegen jegliche Versuche der Verbreitung von radikal-religiösen Ideologien eintritt.

Die Idee des ethnischen Konsenses, der Gleichberechtigung aller ethnischen Gruppen, die gemeinsam in Kasachstan wohnen, hat Gesetzesnorm. Folgende Paradigmen sind grundlegend in der Sphäre der inter-ethnischen Beziehungen des modernen Kasachstan:

Das Erhöhung des nationalen Selbstbewußtseins des kasachischen Volkes kann nur bei gleichzeitiger Etablierung günstiger Bedingungen für die Entwicklung anderer Völker voran gehen.

Die Entwicklung des kasachstanischen Modells der nationalen Identität der Bürger.

Dabei betont die politische Führung des Landes bei jeder passenden Gelegenheit die Möglichkeiten bei der Erzielung von Fortschritt bei der diesbezüglichen Konsolidierung der Bemühungen und des Wunsches der ganzen Bevölkerung Kasachstans.

„Der interethnische Konsens ist wie belebender Sauerstoff. Wir bemerken es nicht, wenn wir atmen, wir machen es automatisch, wir leben einfach danach. Wir werden unsere Einheit und das interethnische Einverständnis selbst bewahren", schrieb der nationale Führer des Landes Nursultan Nasarbajew in einem traditionellen Brief an sein Volk. „Doch was ist Stabilität und Einverständnis? Es ist die Familienwohlfahrt, die individuelle Sicherheit, das Dach über dem Kopf. Die Eintracht ist eine Freude der Vaterschaft und Mutterschaft, die Gesundheit der Eltern und das Glück unserer Kinder. Der Frieden bedeutet stabile Arbeit, das Gehalt und Zuversicht in die Zukunft. Frieden und Stabilität sind ein Volksschatz, den man mit der täglichen Arbeit festigen muss".

Die Erfahrungen und Erfolge Kasachstans auf den Gebieten des inter-ethnischen und inter-religiösen Zusammenlebens sind ein Beispiel für die gesamte Welt. Besonders aber unter den Bedingungen der Krise der Multikulturalität in einer Reihe von westlichen Ländern.

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Kasachstans vorbildliche Rolle beim friedlichen Zusammenleben
diverser Ethnien und Religionen


Christian Hellberg
Ende November 2014