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Während der Abstimmung der Vertreter der Mitgliedsstaaten des Internationalen Ausstellungsbüros wurde der Beschluss darüber gefasst, dass der Austragungsort der Weltausstellung EXPO-2017 die kasachische Hauptstadt Astana wird. Bei der Endrunde der Abstimmung, die in einigen Etappen verlief, hat die Hauptstadt Kasachstans die absolute Stimmenmehrheit (103 von 161) bekommen, deutlich vor dem Hauptkonkurrenten, der belgischen Stadt Lüttich. Es ist dabei überwältigend zu sehen, wie viele Länder Kasachstan unterstützt haben. Und dieser Sieg ist nicht zufällig errungen worden, er zeugt von der internationalen Anerkennung des jungen zentralasiatischen Staates.

Die kommende Weltausstellung, die unter dem Motto «Energie der Zukunft» steht, ist als ein großangelegtes Projekt beabsichtigt, dessen Thema die Erneuerbaren Energien in Zentralasien, aber auch im gesamten GUS-Raum promovieren soll. Dabei geht es um folgende konkrete Ziele: Strategien, Programme und Technologien, die auf die Entwicklung der nachhaltigen Quellen der Energie gerichtet sind, zu untersuchen, die Erhöhung der Sicherheit und Effektivität des Energiesparens, die Nutzung der Erneuerbaren Energien zu stimulieren und den Besuchern die Notwendigkeit ihrer aktiven Beteiligung an der Entwicklung und Verwirklichung der energiesparenden Produktion und effektiven Nutzung der Energieressourcen aufzuzeigen. Die Hauptidee des Projektes «Energie der Zukunft» besteht darin, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für Lösungen, die die Erneuerbarkeit der globalen Energiequellen gewährleisten, zu erzielen.

Das Thema der erneuerbaren Energiequellen ist jetzt aktuell wie nie zuvor. Kasachstan hat alle Bedingungen für die Einführung diesbezüglicher Innovationen erfüllt. Das Potential der Windenergie ist umfangreich, die zahlreichen Flüsse des eurasischen Landes eignen sich bestens für die Nutzung von Miniwasserkraftanlagen. Zudem hat es in Kasachstan genug Sonnenschein.

Weltweit wird immer öfter die Endlichkeit der globalen Rohstoffe zum Thema. Die grüne Energie tritt immer stärker an die Stelle der kohlenwasserstoffbasierten Wirtschaft.

Die Regierung Kasachstans teilte mehrfach mit, dass die EXPO 2017 ohne substanzielle finanzielle Verluste für die Staatskasse realisiert werden kann. Die wichtigste Frage betrifft allerdings die nachfolgende Nutzung der errichteten Ausstellungs-Infrastruktur.

Wie der Generalsekretär des Internationalen Ausstellungsbüros, Vincente Lossertales, der unlängst Astana besuchte, sagte, ist die Durchführung dieser Veranstaltung eine finanziell verantwortungsvolle Aufgabe, bei der auch die Zeit nach der Ausstellung berücksichtigt werden muss. Kein investierter US-Dollar soll nur für den Zeitraum von drei Monaten verwendet werden.

„Die EXPO-2017 ist nicht nur ein Ereignis. Sie stellt die Auffassung eines aufstrebenden Landes, die Auffassung über die Zukunft Eurasiens dar. Und die Investitionen sind mit dieser langfristigen Auffassung verbunden. Die EXPO ist eine Möglichkeit, wo sich ein Land mit seinen nationalen Charakter vorstellen kann", erklärte der Generalsekretär.

Die Leitung der nationalen Gesellschaft «Astana EXPO-2017» erklärte zudem, dass die Weltausstellung auf höchstem Niveau durchgeführt wird. Außerdem wird die Ausstellung über 20.000 lokale Arbeitsplätze schaffen.

Es ist geplant, die «Astana EXPO-2017» nicht nur aus dem Staatsbudget zu finanzieren. Kasachstan rechnet auch mit hohen Investitionen von international agierenden Unternehmen.

Kasachstan, ein junges Land mit ambitionierten Plänen meint nicht grundlos, dass die «Astana EXPO-2017» dazu führen wird, neue Technologien in der Republik zu etablieren, die für die weitere Entwicklung der alternativen Energien im Land bedeutsam sind. Dabei sollen Vertreter der einheimischen Wissenschaft eine bedeutende Rolle spielen.

Die Entwicklung der erneuerbaren Energien «Made in Kazakhstan» wird damit ermöglichen, ein neues Investitionsgebiet zu etablieren. Im Rahmen der Vorbereitung der «Astana EXPO-2017» sind der Bau von vier neuen Straßen mit einer allgemeinen Länge von 19 Kilometern geplant. Darüber hinaus sind die Vollendung des Baues des kleinen Transportringes bis zum Jahr 2017 sowie weiterer Hauptmagistralen geplant. Außerdem werden 30 neue Flugrouten zu «Astana EXPO-2017» eingerichtet.

Auf den neuen Magistralen werden moderne Metrobusse verkehren. Das sind drei bis fünf miteinander verbundene Busse, die auf einer speziellen 48-kilometerlangen Strecke außerhalb des allgemeinen Transportstroms fahren werden. Des Weiteren ist auch der Bau einer Einschienenbahn geplant. Die Reiserouten werden den internationalen Flughafen mit dem Ausstellungsstädtchen verbinden und die Bezirke integrieren, in denen die administrativen und kulturellen Objekte sowie die meisten Hotels gelegen sind.

Außerdem wird die «Astana EXPO-2017» dem Staat in der internationalen Arena das Image eines progressiven Landes, das auf seinem Territorium ökologisch freundliche Technologien entwickelt, einbringen.

Die Besuche hochrangiger Gäste und die Durchführung von internationalen Veranstaltungen prägen immer deutlicher das Image der kasachstanischen Hauptstadt mit. Es unterscheidet allmählich die Republik Kasachstan von den meisten Nachbarländern in Zentralasien. Darüber hinaus wurde in Astana der Beschluss über die Bildung der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft gefasst. Und auch hierher reiste der verstorbene Papst Johannes Paul II zu einem Besuch. Zwei Jahre später fand hier die erste Veranstaltung ihrer Art, der Kongress der Führer der weltweiten und traditionellen Religionsgemeinschaften, statt. In diesem Zusammenhang muss auch die Durchführung des Treffens der Staats- und Regierungschefs der OSZE-Mitgliedsländer im Rahmen des kasachischen Vorsitzes 2010 erwähnt werden.

Die internationale Weltausstellung «Astana EXPO-2017» wird sicherlich einen würdigen Platz in der Reihe der politisch bedeutsamen Ereignisse für das Land mit allen wirtschaftlichen Dividenden einnehmen. Diese Festveranstaltung wird die weltweite Bekanntheit der kasachstanischen Hauptstadt erhöhen. Nach den vorläufigen Berechnungen werden drei bis fünf Millionen Menschen aus mehr als 100 Ländern dieses Ereignis besuchen.


Kasachstan bereitet sich auf den Touristenandrang während der
bevorstehenden Weltausstellung „Astana EXPO-2017“ vor

Konstantin Laffenbach
April 2014
© DIPLOMATIE GLOBAL 2013