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Muchtar Abljasow ist einer der am meisten angepriesenen Verbrecher. Im PR-Bereich gibt es ein solches Segment des Internets, das den ehemaligen Bankier und Staatsbeamten positiv erwähnt und sponsert, wo er tatsächlich „ein Held unserer Zeit" ist. Ein Geschäftsmann mit einer bürgerlichen Position, der ein großes Vermögen zusammengerafft und die destruktiven Elemente in seiner Heimat finanziert – ein solches Bild wird für das europäische Zuschauerpublikum über Abljasow konstruiert.

Aber was passiert, wenn man tiefer gräbt? Unter der dünnen Schicht der Vergoldung kommen Rost und Fäulnis des zynischen Diebes und prinzipienlosen Geschäftsmannes zum Vorschein, der wie eine Spinne die verbrecherischen Spinngewebe um ein riesiges Territorium, zu dem Großbritannien, Russland, die Ukraine, Kasachstan, Kirgistan, Ungarn, Lettland und andere Staaten gehören, knüpfte.

Das Ausmaß der internationalen kriminellen Aktivitäten beeindruckt. Die umfangreichen Finanzmittel, die in der riesenhaften Maschine für Geldwäsche in Offshore-Zonen von Zypern bis zu den Britischen Jungferninseln legalisiert wurden, werden in Milliarden US-Dollar beziffert.

Ein Bruchteil dieser Mittel wurde für die Finanzierung seiner politischen Partei sowie für die Herausgabe von Zeitungen, dem Betrieb von Fernsehsendern und Internetaktivitäten ausgegeben. Darüber hinaus kaufte er die Stimmen von Wählern durch das durch ihn gestohlene Geld.

Im Übrigen war seine Partei in Kasachstan ein „tot geborenes Kind". Denn der ehemalige Staatsbeamte und Politiker war als der Oppositionelle nicht glaubwürdig. Er bekam weder Zuspruch vom Volk, noch von der Unternehmerschaft, dessen Interessen er angeblich schützte.

Nachdem Herr Abljasow erfolgreich den Transfer der Aktiva der BTA-Bank in Offshore-Zonen erledigt hatte, benutzte er seine Partei als Mittel des politischen Kampfes. Jedoch nicht gegen die Regierung Kasachstans, wie er es gern darstellte, sondern als Mittel seines Kampfes gegen die ihn verfolgenden Ermittlungsbehörden seines zentralasiatischen Heimatlandes.

In Großbritannien prozessierte die BTA-Bank gegen ihn, um die Rückgabe der Summe in Höhe von sechs Milliarden US-Dollar zu erhalten. Hier hatte Muchtar Abljasow den Rechtsstreit verloren und entzog sich dem Arm der Gerechtigkeit. Im Endeffekt wurde er aber in Frankreich festgenommen und inhaftiert.

Es ist paradox, dass er und sein Team sogar im französischen Gefängnis, nachdem seine Auslieferung an die Russische Föderation bereits entschieden war, das Bild eines Märtyrers benutzte.

Außerdem verbreiten seine Anwälte blühenden Unsinn in den Massenmedien. Einer von ihnen, Mark Feygin, gab diesbezüglich ein deutliches Statement ab: „Es scheint mir, dass sich die Angelegenheit in der Wirtschaftskategorie befindet. Ich verstehe nicht, warum hierbei immer das kriminelle Motiv herausgestellt wird. Warum ist die Frage der Rückzahlung der Kredite relevant für die Strafverfolgung?". Das heißt, laut Anwalt Feygin, dass der Diebstahl von sechs Milliarden US-Dollar ein Wirtschaftsrechtsstreit ist!?

Dem ist hinzuzufügen, dass in London dieser Vorgang auch im wirtschaftsrechtlichen Bereich verhandelt wurde. Warum? Selbst Abljazow bemerkte, dass die Sache einen politischen Hintergrund hat. Deshalb hat der Kläger, in diesem Fall die kasachische BTA-Bank, sich entschieden, den Prozess im zivilrechtlichen Bereich zu führen.

Die Justiz des Vereinigten Königreiches hat nicht nur der Klage zugunsten der BTA-Bank stattgegeben, sondern auch diese Angelegenheit kommentiert. Der vorsitzende britische Richter bemerkte, dass Abljazow als Chef der BTA-Bank eine der größten kriminellen Taten begangen hat, die jemals vor einem britischen Gericht verhandelt wurde.

Die jetzige Verhandlung in Frankreich über die Auslieferung des Straftäters nach Russland ist die logische Fortsetzung der schweren und peniblen Arbeit, die dazu diente, einem der perfidesten Verbrecher der Gegenwart beizukommen.

Die russischen Justizbehörden haben erklärt, dass es bezüglich der Strafverfolgung von Abljasow keine politischen Hintergründe gibt. Falls Abljasow seine Reise in den russischen Strafvollzug machen wird, werden ihm die allgemein anerkannten Rechte und Freiheiten eines Strafgefangenen zugesichert.

Von Seiten der Französischen Republik trat die Generalanwältin (stellvertretende Generalstaatsanwältin) des Berufungsgerichtes auf. Sie hat bestätigt, dass der Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Russlands auf die Auslieferung vollständig gerechtfertigt ist. Abljasow wird von der russischen Justiz einer Straftat beschuldigt, die auch in Frankreich als Kapitaldelikt gilt. Außerdem erklärte sie in ihrer Gerichtsrede, dass Muchtar Abljasow als finanzkräftiger Oligarch alles erwerben, die politischen Oppositionsparteien finanzieren, sowie ein Unterstützungskomitee bestehend aus internationalen Bürgerrechtsorganisationen einrichten kann. Aber es wird ihm nicht gelingen, die französische Justiz zu kaufen. Daraufhin hat das Gericht den Antrag der Generalstaatsanwaltschaft auf Auslieferung von Herrn Abljasow als rechtfertigt angesehen.

Dem kasachischen Oligarchen Muchtar Abljasow ist es nicht gelungen, die französische Justiz zu bestechen

Christian Hellberg
Februar 2014