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Der gegenwärtige Versuch der feindlichen Übernahme der Logistikparks „Pyschma" und „Tolmatschowo" können als Teil des Strafverfahrens gegen den bekannten Geschäftsmann Muchtar Abljasow nach Aussage von Anwalt Vladislav Korytov, der die Interessen der Verwaltung und der Aktieninhaber der geschlossenen Aktiengesellschaft „Medion" (Inhaber von Logistikpark „Pyschma", Gebiet Swerdlowsk, Russische Föderation) und der geschlossenen Aktiengesellschaft Logistikpark „Tolmatschowo" (Inhaber von Logistikpark „Tolmatschovo", Novosibirsk, Russische Föderation) vertritt, angesehen werden. Am 12. November 2013 informierte der Anwalt die Ermittlungsbehörde des Innenministeriums der Russischen Föderation über den Versuch der feindlichen Übernahme der Gesellschaften durch den ehemaligen Top-Manager.

„Ich denke, dass ein Strafverfahren eröffnet werden muss, da wir konkrete Fakten, Personen und sehr konkrete Handlungen dieser Personen vorgelegt hatten. Diese Personen ersetzten die Gründer der Gesellschaft und mit den einzelnen Dokumenten versuchten sie, die Kontrolle über den Cash-Flow zu erlangen. Der Straftatbestand liegt auf der Hand", sagte Vladislav Korytov.

Laut Aussagen des Anwalts versuchten die ehemaligen Top-Manager der Gesellschaft von Abljasow mit den gefälschten Unterlagen die Kontrolle über die Gesellschaften der Logistikparks und ihrer Vermögen zu erhalten. Die derzeitigen Inhaber dieser Gesellschaften reichten diesbezüglich einen Antrag an die Ermittlungsbehörden ein. Die Antragsteller sind die geschlossene Aktiengesellschaft „Medion" und die geschlossene Aktiengesellschaft „Logistikpark Tolmatschowo", die die Rechtmäßigkeit der Änderungen in den Gründungsunterlagen überprüft haben möchten. Aus dem Antrag folgt, dass die Generaldirektoren im September und Oktober dieses Jahres durch das Einreichen der Dokumente an die Moskauer Steuerbehörde im eigenen Namen gegen den Willen der Inhaber der Logistikparks die Personen geworden sind, die im Interesse des ehemaligen Leiters der BTA-Bank Muchtar Abljasow handeln.

Früher berichtete der Pressedienst des Unternehmens „Faktor", das dem ukrainischen Geschäftsmann Sergei Tischenko gehört, dass die Firma "Faktor" die Kontrolle über Logistikeinrichtungen in den Gebieten Swerdlowsk und Novosibirsk bekam und vorhatte, diese an Kasachstan zurückzugeben.

Die Unternehmenspolitik von "Faktor" ist, die Beschlüsse des Obersten Gerichtes von London bezüglich der Beschlagnahmung der Aktiva von Muchtar Abljasow und die Rückforderung von den Gewinnen aus der Tätigkeit dieser Gesellschaften an die Kläger zu transferieren. Der Gesamtwert der beiden Aktiva wird auf 6 Milliarden Rubel geschätzt.

Laut dem Antrag der Verteidigung des Klägers an die Innenverwaltung der Russischen Föderation und die Staatsanwaltschaft vom September 2013 wurden jeweils die Generaldirektoren der geschlossenen Aktiengesellschaft Logistikpark „Tolmatschowo" und der geschlossenen Aktiengesellschaft Logistikpark „Pyschma" Alexej Lawrentjew und Tatjana Gustschina entlassen. Sowohl Lawrentjew als auch Gustschina hatten diese Posten vor dem Erwerb der Gesellschaften durch die Strukturen der Gruppe der Gesellschaften "Faktor" inne. Außerdem besetzten dieselben leitende Posten in den Strukturen der berüchtigten Firma "Eurasia Logistics", die zum Imperium von Muchtar Abljasow gehörten. Kasachstan, die Ukraine und Russland streben seine Auslieferung an.

Wie die Antragsteller vermuteten, ließen Aleksej Lawrentjew und Tatjana Gustschina ungesetzlich die Geldmittel zugunsten Abljasows heraus transferieren. So hat Aleksej Lawrentjew im April 2013 als Generaldirektor des Logistikparks „Tolmatschowo" die Firma „LoginStroi" gegründet. Erwähnte Firma schloss ihrerseits einen Vertrag mit dem Logistikpark „Pyschma" zum Bau von Lagerhäusern ab. Die Generaldirektorin von "Pyschma" war Tatjana Gustschina. Vertragsgemäß bekam die Firma „LoginStroi" von der geschlossenen Aktiengesellschaft „Medion" über 600 Millionen Rubel für den Bau des Objektes, aber der tatsächliche Wert der Dienstleistungen betrug nur ca. 50 Millionen Rubel. Nach Informationen der Anwälte erhielt Herr Abljasow die Differenz.

Um die tatsächliche Kontrolle über die Logistikparks „Tolmatschowo" und „Pyschma" zu erhalten, täuschten Lawrentjew und Gustschina die Justiz. Lawrentjew ist beispielsweise vor kurzem auf das Territorium des Logistikparks „Tolmatschowo" in Begleitung von Mitarbeitern der Staatsanwaltschaft erschienen und hat von den Arbeitern gefordert, das Gebiet zu befreien. Die Anwälte meinen, dass er dorthin zwecks des Erhaltes der Kontrolle über der Gesellschaft gekommen ist.

Eine ähnliche Situation hat sich auch um die geschlossene AG Logistikpark „Bijek Tau" in Kazan abgespielt. Der Logistikpark hat zwei Hauptkreditgeber: die Außenwirtschaftsbank, der der Logistikpark „Bijek Tau" über 3,5 Milliarden Rubel schuldig ist und die geschlossene AG „EKOTEP", der dem Unternehmen 2,8 Milliarden Rubel schuldig ist. Beide Schuldbeträge sind durch die Entscheidungen der Arbitragegerichte bestätigt worden. Aber „EKOTEP", die nach der Behauptung des Unternehmens „Faktor" von Vertrauenspersonen von Abljasow kontrolliert wird, übernahm 3 Millionen Stammaktien von „Bijek Tau" zum Nominalwert von 3 Millionen Rubel. Dafür wurden zusätzlich gewöhnliche Namenaktien des Logistikparks „Bijek Tau" ausgegeben, die durch die geschlossene Subskription angelegt wurden. Dank dieser Emission bekamen Briefkastenfirmen von Abljasow die Kontrolle über die Gesellschaften. Die Schuld vor der Außenwirtschaftsbank blieb ausstehend. So sind laut der Rechtsanwälte die Außenwirtschaftsbank ebenso wie die kasachische BTA-Bank und ihre russischen Tochterunternehmen, wie die AMT-Bank, ein Instrument der Heraustransferierung der russischen Aktiva zugunsten Muchtar Abljasows gewesen.

Nach ihrer Meinung gibt es viele Gründe davon auszugehen, dass sich die vom Londoner Obersten Gericht eingefrorenen Aktiva von Abljasow ungesetzlich unter der Kontrolle seiner Vertrauenspersonen befinden. Die Geldmittel durch Tätigkeiten der Gesellschaften kommen voraussichtlich durch Briefkastenfirmen mit Offshore-Jurisdiktion zu Herrn Abljasow. In allen ihren Anträgen bestätigte die Firma "Faktor" ihre Absicht, die Aktiva der geschlossenen AG "Logopark Tolmatschowo" und der GmbH "Logopark Pyschma" der Republik Kasachstan zurückzugeben.

Die geschlossene AG Logistikpark „Tolmatschowo" wurde durch „Eurasien Logistics" im Jahr 2007 für den Bau des großen Industrieparks mit einer Fläche von 806.000 Quadratmetern unweit des Novosibirsker Flughafens „Tolmatschowo" gegründet. Zurzeit wurde die erste Phase mit einer Fläche von 45 000 Quadratmetern in Betrieb genommen. Der Logistikpark „Tolmatschowo" vermietet hochwertige Lagerräume. Die GmbH „Pyschma" ist das größte Projekt im Bereich der Lagerung im Ural-Gebiet, dessen Gesamtfläche 280.000 Quadratmeter beträgt. Zurzeit sind mehr als 190.000 Quadratmeter der Lagerräume im Park in Betrieb genommen worden.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der kasachischen BТА-Bank Muchtar Abljasow, der der Entwendung von 6 Milliarden US-Dollar beschuldigt wird, war am 31. Juli d.J. in Frankreich unweit der Stadt Cannes verhaftet worden. Zurzeit entscheidet das Gericht von Aix-en-Provence über die Frage seiner Auslieferung. Kasachstan versucht, alle gestohlenen Aktiva des flüchtigen Oligarchen der nationalisierten BTA-Bank zurückzubekommen.

Link:

http://www.rosbalt.ru/business/2013/12/04/1207112.html

Muchtar Abljasow droht eine neue Strafsache

Sergej Petrow
4. Dezember 2013