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In Frankreich fesselt die Aufmerksamkeit der Medien schon seit einiger Zeit der Fall des flüchtigen Oligarchen aus Zentralasien Muchtar Abljasow, der zahlreicher Verbrechen beschuldigt wird.

So hatten die Bewohner im Süden des Landes Glück, dass der Entlaufene gerade in Frankreich und nicht im Senegal oder im Casino von Monte Carlo festgenommen wurde. Gerade wird den französischen Politikern, den Vertretern der Justiz sowie den Bürgern die einzigartige Chance zuteil, das Schauspiel eines weltweit gesuchten Kriminellen, die sogenannte „Abljasow-Show", kennenzulernen.

In der Hauptrolle spielt Muchtar Abljasow, der Held-Bösewicht, der Held-Liebhaber, der als Wolf im Schafspelz auftritt. Die zweite Hauptrolle spielt sein Anwalt Bruno Rebstock im Akt „Die demokratische Öffentlichkeit", welche vom Oligarchen betrogen wurde. Doch konnte der Protagonist im zweiten Akt nicht auf der Bühne erscheinen. Der Anwalt bat deshalb die Justiz, ihn gegen eine Kaution freizulassen. Er schlägt sogar vor, das Tragen einer elektronischen Fußfessel dem Helden aufzuerlegen. Jedoch hat das zuständige französische Gericht den Antrag auf Haftentlassung abgelehnt. Der Beschluss wurde von der Untersuchungskammer der Justiz der Stadt Aix-en-Provence gefasst.

Anwalt Bruno Rebstock versuchte natürlich, das Gesicht seines Mandanten zu wahren. Laut Anwalt Rebstock ist "das Gericht nicht überzeugt, dass die persönliche Sicherheit Abljasows gewährleistet ist, wenn er freigelassen wird." Dadurch entstand der Eindruck, dass die Hauptfigur auf die Freiheit verzichtete und darauf bestand, dass er Tag und Nacht beschützt wird und sich als bester Ort das lokale Gefängnis dafür anbietet.

Es gibt auch eine andere Deutung der Ereignisse. Das Gericht hat unzureichende Garantien erhalten, dass Abljasow im Falle seiner Freilassung das Territorium Frankreichs nicht verlassen wird.

Es ist allseits bekannt, dass der flüchtige Oligarch vor kurzem die Justiz des Vereinigten Königreiches hinterging. In Großbritannien wurde Abljasow vom Höchsten Gericht des Landes zu einer 22-monatigen Haftstrafe verurteilt und darüber hinaus die Konfiszierung seines Eigentums und finanzieller Mittel in Höhe von 3,7 Milliarden US-Dollar angeordnet. Dem Oligarchen wurde der Pass entzogen, aber vor Antritt seines Gefängnisaufenthaltes floh er aus Britannien, da er sich im englischen Gefängnis in Todesgefahr wähnte.

Er hat eine mächtige Lobby im Westen, die dazu dient, die öffentliche Meinung dahin gehend zu beeinflussen, dass Abljasow aus politischen Gründen verfolgt wird und er weder an die Ukraine, noch an Russland oder Kasachstan ausgeliefert wird. Diese drei Staaten fordern seine Überstellung.

Es benötigt etwas Zeit um zu verstehen, warum man Abljasow die aberwitzigen Geschichten glaubt, dass er aus politischen Motiven verfolgt wird, ohne dabei seine offensichtliche kriminelle Energie zu berücksichtigen.

Es stellte sich heraus, dass er noch als Geschäftsmann einer der Organisatoren der politischen Partei „Demokratische Wahl Kasachstans" war. Es war die Partei der Geschäftsleute, die vor Verfahren der Staatsanwaltschaft schützte. Aber dieses politische Dach hat ihn letztlich nicht gerettet.

2002 wurde er für sechs Jahre wegen Bildung einer kriminellen Gruppierung, die Amtsmissbräuche zum Ziel hatte sowie wegen ungesetzlicher Unternehmertätigkeit verurteilt. Er wurde durch eine Amnestie des Präsidenten begnadigt. Die Behörden Kasachstans versuchten nicht, den Oppositionellen im Gefängnis festzusetzen, was einiges über die Liberalität des Landes aussagt.

Nach Freilassung aus dem Gefängnis setzte Abljasow seine Geschäftskarriere in der kasachischen BTA-Bank fort. Mit den Mitteln dieses Finanzinstitutes entfaltete er eine stürmische Tätigkeit in Russland und in der Ukraine. Durch „Offshore-Steuerparadiese" wurden finanzielle Mittel der Bank transferiert und gewaschen. Er hat die Bank an den Rand des Bankrottes gebracht, weshalb sich der kasachische Staat gezwungen sah, in die Situation einzugreifen.

Deshalb wird heute nach ihm gesucht. Nicht, weil er ein bedeutender Oppositioneller ist, sondern weil er Geld von allen Schichten und Institutionen Kasachstans, der Ukraine und Russlands stahl.

„Die demokratische Öffentlichkeit" besteht jedoch darauf, dass man die Auslieferung Abljasows in diese GUS-Länder verhindert. Ob die französischen Behörden auf diese Forderung der Pseudo-Demokraten eingehen werden oder der Gerechtigkeit in diesem Falle den Vorzug geben, wird sich im September heraus stellen.


Abljasow täuschte den Westen

Christian Hellberg
17. September 2013