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Europa beteiligt sich endlich am Kampf gegen als Pseudo-Oppositionelle getarnte Kriminelle aus dem postsowjetischen Raum

Christian Hellberg
22. August 2013

In den europäischen Medien wurde in letzter Zeit mehrfach das Schicksal von flüchtigen Verbrechern aus dem postsowjetischen Raum, die sich auf dem Gebiet der Europäischen Union aufhalten, thematisiert. Kriminelle aller Couleur aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion versuchten erfolgreich politisches Asyl zu erhalten um sich somit der Strafverfolgung in ihren Heimatländern zu entziehen und in Ruhe das von ihnen gestohlene Geld auszugeben. Diese flüchtigen Oligarchen fanden in der Regel Verteidiger ihrer Machenschaften in den höchsten Kreisen der westlichen Gesellschaften. Geld stinkt bekanntlich nicht.

Der Kasache Muchtar Abljasow führte beispielsweise die gesamte europäische Öffentlichkeit seit 2009 an der Nase herum. Diese brauchte einige Jahre um zu verstehen, dass er gar kein Vertreter der Opposition in Kasachstan ist, wie er selbst behauptete, sondern ein mit allen Wassern gewaschener Hochstapler. Seine ganze politische Tätigkeit ist nicht mehr als der Versuch, der strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen.

Mittlerweile haben die EU-Staaten begriffen, dass eine weitere Unterstützung dieser Vertreter der Organisierten Kriminalität schädlich für ihr Image und das globale Pochen auf die Einhaltung der Menschenrechte ist. Die Glaubwürdigkeit westeuropäischer Werte steht auf dem Spiel!

Vor kurzem wurde Abljasow unweit der französischen Stadt Cannes endlich festgenommen. Man kann nicht sagen, dass es einfach war. Die Fahndung nach Herrn Abljasow und seine Festnahme werden sicherlich irgendwann einmal in einem Studio im kalifornischen Hollywood verfilmt werden. Ein zukünftiger Kassenschlager erwartet uns! Es wird ein Thriller über Korruption, Politik, Verrat und die Versuche der Beeinflussung der internationalen verbrecherischen Syndikate in die europäische Politik. Und über die Rolle von Mätressen beim Auffinden von Spitzenmafiosi.

In diesem Zusammenhang ist die Reaktion der Familie Abljasow auf die Festnahme ihres Oberhauptes zu erwähnen, welche scharfe Kritik an dem Vorgehen der französischen Behörden übte. Der Sohn und die Tochter des Bankiers, Madijar Abljasow und Madina Abljasowa, äußerten sich auf der offiziellen Seite ihres Vaters auf Facebook insofern, als dass sich ihr Vater in Frankreich legal aufhielt. Weltfremd, wie sie erzogen wurden, übersahen diese Vertreter der „Goldenen Jugend“, dass der Familienpatron von Interpol gesucht wurde. Bei seiner Festnahme wurden zahlreiche falsche Pässe, einschließlich zweier der Kirgisischen Republik, beschlagnahmt.

Einige Bürgerrechtler und Politiker warnten die Spitzenvertreter der Französischen Republik davor, Herrn Abljasow auszuliefern. Die sich auch auf der Flucht befindlichen kasachischen Oligarchen Wiktor Khrapunow und Rachat Schoras, besser bekannt unter seinem ursprünglichen Familiennamen Alijew, haben sich für ihn eingesetzt. Unter diesen Bedingungen, wenn ihre „Glaubensbrüder“ der Reihe nach von europäischen Strafverfolgungsbehörden zur Verantwortung gezogen werden und es auch für Khrapunow und Alijew-Schoras eng werden könnte, ist Schweigen nicht die beste Taktik. Alijew beginnt wieder über die Unterdrückung der Opposition in seiner Heimat zu klagen, obwohl er diesbezüglich in Kasachstan nie eigene Erfahrungen sammeln konnte.

Auf theatralische Art versuchte er die Behörden Maltas auf seine Seite zu ziehen. „Sie wollen mich entführen oder töten“, heißt es in einem von ihm verfassten Artikel. Aber diese Äußerungen werden als überzogen und als Erscheinungsform einer paranoiden Persönlichkeit gewertet. Es zeigt jedoch, dass nun auch Rachat Alijew die Möglichkeit einer Strafverfolgung tatsächlich ernst nimmt. Denn die EU-Staaten beginnen allmählich, sich von den flüchtigen Oligarchen zu distanzieren. In diesem Kontext muss erwähnt werden, dass vor kurzem die Behörden von Malta die Konten von Alijew auf Grund des Verdachtes auf Geldwäsche gesperrt haben.

Aber auch Wiktor Khrapunow wurde unlängst einer unangenehmen Prozedur untergezogen. Seine Konten in der Schweiz wurden blockiert und die eidgenössische Staatsanwaltschaft führt in diesem Zusammenhang Ermittlungen durch. Darüber hinaus steht noch eine Entscheidung über die Auslieferung des ehemaligen Chefs des Sicherheitsdienstes von Muchtar Abljasow von Spanien nach Kasachstan aus.

Vor diesem Hintergrund versuchen die kleptokratischen Oppositionellen alle möglichen Mittel einzusetzen, um sich die Unterstützung der europäischen Öffentlichkeit zu sichern. Zum Beispiel geht es um die in den Medien aufgebauschte Situation bezüglich der Überstellung von Frau und Tochter des Ex-Bankiers Abljasow aus Italien nach Kasachstan. Offiziell spielte er dabei die Rolle des sich sorgenden Vaters und Ehemannes perfekt und bemühte sich, eine große öffentliche Aufmerksamkeit für sich aus dieser Situation zu gewinnen. Aber warum befand er sich zum Zeitpunkt des Zugriffs der italienischen Polizei auf seine engsten Familienangehörigen nicht in der römischen Villa? Die Detektei, die von der Geschäftsführung der kasachischen BTA-Bank, die Abljasow um ca. fünf Milliarden US-Dollar „erleichtert“ hat beauftragt wurde, hat den Fehler gemacht, den flüchtigen Oligarchen, durch seine engsten Verwandten ausfindig zu machen. In Wirklichkeit hätten diese Experten die Spur zur Geliebten des Ex-Bankiers viel früher suchen müssen. Im Ergebnis gelang es gerade durch Madame Elena Tischtschenko, Geliebte und Juristin von Abljasow, den Verbrecher festzunehmen.

Nachdem Frau Tischtschenko in London mit Abljasow in Kontakt stand, wurde sie unter Beobachtung gestellt. Als sie später nach Frankreich reiste und eine Villa an der Cote d´Azur ansteuerte, konnten Detektive Abljasow ausfindig machen. Anschließend übermittelten Mitarbeiter der BTA-Bank die in ihrem Auftrag gewonnen Erkenntnisse an die französischen Behörden und der flüchtige Bankier wurde aufgrund des Haftbefehls von Interpol, der aufgrund des Ersuchens der Ukraine ausgestellt wurde, fest gesetzt.

Inzwischen wollen ihn nicht nur die Ukraine und Kasachstan, sondern auch Russland vor Gericht stellen. Zudem hat auch Großbritannien ein Interesse, seiner habhaft zu werden. Die Regierung des Vereinigten Königreiches kann ihm nicht verzeihen, dass sie sich wegen ihm in einer peinlichen Situation befindet. London gab Abljasow politisches Asyl und wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass es einem bedeutenden Mafioso vor der Strafverfolgung in seiner Heimat schützte.

Was Frankreich anbetrifft, so hat ein französisches Gericht Abljasow in Auslieferungshaft disloziert. Obwohl die französischen Rechtsanwälte des Bankiers bereit sind für seine Freilassung eine große Kautionssumme und weitere Bürgschaften zur Verfügung zu stellen, sind seine Chancen, frei zu kommen, dennoch gering. Abljasow würde die Situation nutzen, um zu verschwinden, so wie er es in Großbritannien tat. Derzeit hat das Gericht der Stadt Aix-en-Provence einen Arrest für Abljasow von bis zu 40 Tagen angeordnet. Dann wird über seine Auslieferung entschieden. Man kann nur hoffen, dass die Gerechtigkeit siegt.