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DER DIEB MUSS AUSGELIEFERT WERDEN!
Für die von ihm verursachten Schäden wird die Ukraine auf die Auslieferung des Ex-Bankiers Muchtar Abljasow aus Frankreich bestehen

Konstantin Laffenbach
18. August 2013

In der vergangenen Woche haben die ukrainischen Behörden im Rahmen des Kampfes gegen die internationale Organisierte Kriminalität ihre Professionalität durch die Initiierung eines Antrages auf Festnahme des flüchtigen Verbrechers Muchtar Abljasow an die französischen Kollegen über Interpol bewiesen. Es handelt sich um einen Finanzschwindler, der seit mehreren Jahren auf den Fahndungslisten Russlands, Kasachstans, der Ukraine und Großbritanniens wegen unterschiedlicher Delikte steht und der unlängst von der französischen Polizei dank der Bemühungen der kasachischen BTA-Bank festgenommen wurde.

Nach Angaben des Leiters der Ermittlungsabteilung des ukrainischen Innenministeriums Igor Michalko wurde gegen Abljasow aufgrund des § 190 Absatz 4 und des § 191 Absatz 5 des Strafgesetzbuches der Ukraine ein Strafverfahren wegen Unterschlagung und Betrugs im besonders großem Umfang eingeleitet, das ein Strafmaß von fünf bis zu zwölf Jahren Freiheitsentzug dafür vorsieht.

Mittels der Unterschlagung von Finanzen der BTA-Bank, über die von Abljasow kontrollierten Unternehmen durch Kreditvergaben, wurden der ukrainischen Wirtschaft Schäden in Höhe von 500 Millionen US-Dollar zugefügt. Insgesamt handelt es sich bei den von Abljasow veruntreuten Geldern um ca. 10 Milliarden US-Dollar.

Dank der umfangreichen finanziellen Mittel des Herrn Abljasow, die er den Einlegern, natürlichen und juristischen Personen, stahl, konnte er viele Jahre lang nicht nur ein auskömmliches Dasein fristen und der Justiz dank der gefälschten oder gekauften Diplomatenpässe afrikanischer Staaten zu entwischen, sondern auch aufwändige PR-Aktionen durch die von ihm kontrollierten Medien und Nichtregierungsorganisationen finanzieren und sich für einen Dissidenten ausgeben, der aus politischen Gründen verfolgt wird.

Seine Vermeidungsversuche vor der strafrechtlichen Verfolgung für die von ihm begangenen Verbrechen durch politischen Kampf und angeblicher Verfolgung für seine ideologischen Überzeugungen sind unter kriminellen Neureichen aus dem postsowjetischen Raum weit verbreitet.

Der Fall Abljasow, dessen Protagonist politisches Asyl in Großbritannien bekam, scheiterte jedoch. Im Jahr 2012 sperrte ein britisches Gericht die Bankkonten Abljasows und verurteilte ihn zu einer 22-monatigen Haftstrafe. Als das Oberste Gericht Londons das Urteil über die Haftstrafe fällte, floh er über Italien nach Frankreich, wo er von der französischen Polizei auf Antrag der ukrainischen Strafverfolgungsbehörden unlängst festgenommen wurde. Es muss darauf hingewiesen werden, dass die Behörden auf die Spur des geflohenen Ex-Bankers dank der Juristin Elena Tischschenko kamen. Inzwischen ist Abljasow in Frankreich in Haft und die Frage seiner Auslieferung stellt sich als nächstes.