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Der Skandal, der in den italienischen Medien anlässlich der angeblich ungesetzlich ausgewiesenen kasachischen Bürgerin Alma Schalabajewa aufkam, hat politische Hintergründe. Es ist das Werk des kasachischen Verbrechers Muchtar Abljasow.

Was hat es mit dieser Sache auf sich? Fliehend vor den Justizbehörden einiger Länder, geriet der flüchtige Verbrecher in die Situation, dass seine Familie ihm lästig wurde. Seine Mobilität begann sich einzuschränken, denn Interpol begann nach ihm zu fahnden und die zahlreichen privaten Detekteien nahmen die Verfolgung auf. Durch sein großes Vermögen konnte er diverse Informanten bisher bezahlen, die ihn vor drohenden Festnahmen warnten.

Aber dann fing seine Familie an, ihn bei seinen Aktivitäten zu stören.  Seine Frau Alma Schalabajewa, wie zahlreiche Quellen mitteilten, wurde unzufrieden, da sie das Leben auf der Flucht regelrecht zermürbte. Darüber hinaus ist ihr Vater, der in Kasachstan lebt, schwer erkrankt und benötigt Unterstützung und familiäre Fürsorge.

Abljasow löste die für ihn sehr unangenehme Situation auf seine kaltblütige Art und Weise. Trotz der Unerreichbarkeit für die ihn verfolgenden Rechtsschutzorgane, die ihm weltweit auf der Spur sind, tauchte er plötzlich auf und traf  Detektive, die seit langem versuchten, ihn aufzuspüren und lies sich dabei sogar fotografieren. Es dauerte nicht lange, bis die italienischen Ermittler versuchten, ihm einen Besuch abstatteten. Aber in dem Haus, das sie unter der angegebenen Adresse vorfanden, hielten sich nur seine Frau und seine Tochter auf.

Laut Medienangaben wurde Abljasows Frau wegen des Verstoßes gegen die italienische Migrationsgesetzgebung verhaftet. Sie war im Besitz eines Reisepasses der Zentralafrikanischen Republik, einem zerfallenen Staat, im Herzen des afrikanischen Kontinentes gelegen, der auf einen anderen Familiennamen ausgestellt war. Im Reisedokument war der Name einer gewissen Ajan Alma eingetragen. Die Echtheit des Passes wurde nicht angezweifelt, trotzdem lagen Verstöße gegen die Migrationsgesetzgebung vor.

Amtliche Dokumente, wie Reisepässe, von einem Staat wie der Zentralafrikanischen Republik, einem Land, das vor kurzem wieder einen kleinen Bürgerkrieg durchlebte, der mit der Absetzung des Staatsoberhauptes endete und in dem wenig bis gar keine staatliche Ordnung herrscht, kann man von korrupten Vermittlern mit besten Verbindungen in die Hauptstadt Bangui gegen Zahlung einer gewissen US-Dollarsumme erhalten. Sie erschweren die Identifizierung der jeweiligen, sie unter falschem Namen innehabenden, ausländischen Person.

Es ist an dieser Stelle zu ergänzen, dass Vertreter des Abljasow-Clans beste Kontakte in das Außenministerium der Zentralafrikanischen Republik unterhielten und auch als Berater bei der Vertretung dieses Landes bei den Vereinten Nationen in New York tätig waren. Zudem ist Muchtar Abljasow einer der großen Investoren in der Zentralafrikanische Republik. Auch deshalb war es für ihn kein Problem, Pässe dieses Landes für sich und seine Angehörigen zu erhalten.

Aber nun zurück zu den spektakulären Vorgängen in Italien. Er verriet seine Familie an die italienischen Behörden in vollem Bewusstsein, dass sie aufgrund der Gesetzesverstöße nach Kasachstan ausgewiesen werden würden. Parallel wandte er sich scheinheilig an die Presse Italiens, um auf die angeblich verletzten Rechte und Freiheiten seiner Frau und Tochter hinzuweisen. In diesem Fall werden nicht nur die Familienangehörigen von Herrn Abljasow, sondern auch die Behörden von Kasachstans Geiseln der Situation. Kasachstan behandelt seine Frau und seine Tochter als VIP Personen.

Aber der flüchtige Verbrecher Muchtar Abljasow nutzte diese heikle  Situation aus, um die Behörden seines Herkunftsstaates Kasachstan zu beschuldigen, die Abljasowschen Familienangehörigen nicht würdig genug behandeln. Seine grenzenlose Egomanie führt letztlich dazu, dass er sich als der einzig wahre Vertreter der Opposition in seinem Heimatland versteht.

Jeder ausländische Experte, der die innenpolitische Situation Kasachstans kennt, weiß, dass er kein Oppositioneller ist und es auch niemals war. Die Partei, die er in Kasachstan gegründet hat, schützte ausschließlich die Interessen seiner oligarchischen Gruppe. Später verließ er die lokale Politik und leitete eine der größten Banken der Republik Kasachstan, nämlich die “BTA Bank”. Als dann durch seine Misswirtschaft und Korruption das erfolgreiche Finanzinstitut bankrottging und einige Milliarden Dollar der Investoren in Offshore-Zonen verschwanden, begab er sich wieder in die Politik. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Vereinigten Königreich und verfügte über den Aufenthaltstitel eines politischen Flüchtlings. Heute gehört Großbritannien zu den Staaten weltweit, die ihn durch die Strafverfolgungsbehörden per Haftbefehl suchen.

Die italienische Öffentlichkeit kennt diese Einzelheiten nicht. Was die Behörden Italiens anbetrifft, haben sie auf den Diskurs in der lokalen Presse reagiert. Der Ministerpräsident des Landes Enrico Letta hatte die staatlichen Organe der Republik angewiesen die Vorwürfe, über die die lokalen Medien berichteten, zu überprüfen.

Laut den Angaben der Vertreter der italienischen Justizbehörden bekam diese Angelegenheit eine solche Resonanz aufgrund des Interesses bestimmter politischer Kräfte, die eigene politische Ziele verfolgen. Diesbezüglich sind die Interessen von Herrn Abljasow kongruent mit den Plänen einzelner italienischer Politiker, die der Koalitionsregierung von  Ministerpräsident Letta Schaden zu zufügen wollen.

Die Regierung der Republik Kasachstan übt keine Rachejustiz aus. Hier herrschen das Gesetz und keine faulen Kompromisse. Den engsten Familienangehörigen von Herrn Abljasow droht keine „Siegerjustiz“. Sie leben bei ihren engen Verwandten in der Wirtschafts- und Finanzmetropole Almaty und haben nichts mehr zu befürchten, als das Wiedersehen mit ihrem familiären Verräter, dem skrupellosen Muchtar. Selbst der Herrscher des Mongulreiches, Chinggis Khan, der als grausamer Feldherr bekannt ist, gab seiner engsten familiären Umgebung immer die höchste Priorität.

Muchtar Abljasow und die italienischen
Behörden: Ein raffinierter Krimineller auf der
Flucht verrät seine engsten Familienangehörigen

Konstantin Laffenbach
19. Juli 2013