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Die Entwicklungsländer beabsichtigen der Weltgemeinschaft ein neues Format als Reaktion auf die globalen Herausforderungen anzubieten. Ende Juni 2013 hat Kasachstan, das den interaktiven Platz „G-Global“ startete vor, die daraus folgenden Empfehlungen für die Staatsoberhäupter der Mitgliedsländer der G20 zu übermitteln. Sie wurden als Ergebnisse des VI. Astana Wirtschaftsforums (?WF) und der Weltantikrisen-Konferenz (WAK) unter Teilnahme von Vertretern aus 132 Ländern der Welt verabschiedet.

Einige Experten vergleichen den Dialog in der Hauptstadt von Kasachstan, der schon eine gewisse Tradition aufweist, mit dem Dawosski Forum. In diesem Jahr befanden sich unter den Ehrengästen des AWF und W?? 35 amtierende und ehemalige Minister, 10 Nobelpreisträger und mehr als 40 Vertreter von internationalen Organisationen, Gesellschaften und Unternehmen. Sie nahmen an 73 Veranstaltungen, die im Laufe der drei Konferenztage organisiert wurden vom 22. bis zum 24. Mai in Astana teil. Der Höhepunkt des Forums stellte der Dialog zur "Sicherstellung der stabilen wirtschaftlichen Entwicklung im G-Global Format“ dar.

Wie allseits bekannt, ist heute die Welt in diverse globale Interessensgruppen gegliedert. Dabei handelt es sich um die G20, G8, G77 und China sowie die Bretton-Woods-Institutionen. Nach Meinung der Initiatoren sind nicht alle Länder in diesen Strukturen gleichberechtigt vertreten, weshalb nicht alle Staaten der Erde an den bedeutenden globalen Entscheidungen teilnehmen können.

Kasachstan, ein aktives Mitglied vieler großer internationaler Organisationen, stellt ein neues Format der internationalen Zusammenarbeit in Form des Projekts "G-Global" vor. Seit Bildung im Januar 2012 wurde der gleichnamige Informationskanal im Internet von mehr als drei Millionen Menschen aus 160 Ländern der Welt besucht. Dieser virtuelle Ort bedeutet die deutliche Erhöhung der Anzahl von Teilnehmern an Entscheidungsbildungsprozessen in Bezug auf die globalen Herausforderungen der Gegenwart. Dabei liegt der Schwerpunkt auf einem Aspekt, der die Weltgesellschaft bewegt: Der Sicherstellung eines ausgeglichenen Weltwirtschaftswachstums.

Als Ergebnis des Forums in Astana ist die Astana Deklaration angenommen worden, in der die Strategien des Weltantikrisenplanes dargelegt sind. Darüber hinaus wurden nach den Ergebnissen des Forums Empfehlungen entwickelt, die auf das Entscheidungsniveau der G20 auf dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs der teilnehmenden Länder, der vom 5. bis 6. September 2013 in Russland stattfinden wird sowie die G8, den Internationalen Währungsfonds, die Weltbank und die Vereinten Nationen abzielt.

In der vorläufigen Variante der Empfehlungen wird der Schwerpunkt auf Fragen der Effektivität der Regulierung der Wirtschaft gelegt. In diesem Kontext ist die Fokussierung auf das umfassende Handelsnachkrisensystems besonders wichtig. Die Beseitigung von Handelshindernissen und die erfolgreiche Entwicklung der regionalen Wirtschaftsintegration ist eine wichtige Voraussetzung für die Sicherstellung des Wirtschaftswachstums, der Investitionen und des Wachstums auf den Arbeitsmärkten.

Der energetische Bestandteil der modernen Krise, der mit dem Ungleichgewicht der Märkte und der Unbestimmtheit der Perspektiven der Entwicklung der alternativen Energien verbunden ist, ist eine wesentlicher Faktor für die Verzögerung der weltweiten Wirtschaftserholungstendenzen. Nach Meinung der ?WF-Teilnehmer, sollten die Bemühungen der G20 auf die Bildung von stärkeren Anreizen zur Steigerung der Energieeffizienz und der "grünen" Entwicklung sowie auf die vernünftige Regulierung bezüglich der Entwicklung der Energieinfrastruktur gerichtet sein.

Es ist anzumerken, dass in diesem Kontext Kasachstan, das 2017 die Teilnehmerländer der internationalen Ausstellung EXPO empfangen wird, interessiert ist, den energetischen Klub "G-Global" als einen internationalen Think Tank für die Entwicklung von Lösungsansätzen der reinen Energetik zu schaffen.

Die Frage nach der Notwendigkeit der Erhöhung der Investitionen in die globale landwirtschaftliche Produktion und die sozialen Sicherungssysteme der Bevölkerung wurde auch beachtet. In den einzelnen Sitzungen des Forums wurde auch das globale Nahrungsmittelproblem diskutiert. Nach der Meinung der AWF- Teilnehmer muss auf dem Gipfel der G20 ein ausführlicher Handlungsplan in dieser Angelegenheit entwickelt und verabschiedet werden. Das Ziel besteht darin, in den kommenden Jahren die Produktion von Lebensmitteln um 70 Prozent zu erhöhen, um die gesamte Menschheit mit Nahrungsmitteln zu versorgen und somit den Hunger auszurotten. Hierin liegt die große Herausforderung für jedes Land, besonders für die G20-Staaten, auf die derzeit 80 Prozent der Lebensmittelproduktion der Welt entfällt.

Die G20-Staaten müssen das System des Monitorings und Informationsaustausches über die Entwicklungen auf dem globalen Lebensmittelmarkt, Prognosen der Nachfrage und des Angebotes auf die Nahrungsmittel zwecks der Vorbeugung eines Defizits verbessern und notfalls Maßnahmen der Interventionsregulierung des Agrarmarktes treffen.

Das Thema der Weltfinanzarchitektur, das sich wie ein roter Faden durch alle Foren zog, muss an dieser Stelle auch thematisiert werden. Die AWF- Teilnehmer schlugen vor, die Verantwortung der Emittenten der Weltreservewährungen zu erhöhen. Sie stellten fest, dass in letzter Zeit die Liste der Länder, die eine Rolle als Weltreservewährung einnehmen möchten, sich erweitert hat und den Ländern der G20 wurde unterbreitet, bestimmte Pflichten zu verordnen, die dem Land, das auf die globale Rolle seiner Währung als Weltreservewährung abzielt, auferlegt werden sollen. Unter diesen Vorgaben sind die Unterstützung der Währungsstabilität mittels der Beachtung der bestimmten Beschränkungen der Höhe der Staatsschuld und des Defizits der Zahlungsbilanz, der Aufhebung der Währungs- und Handelsbeschränkungen sowie der Beachtung der Forderungen nach Sicherstellung der Transparenz der verwendeten Mechanismen zur Sicherstellung der Emission der Währungen.

Das AWF ist nicht nur ein politischer Dialog. Dieses Forum ist auch ein wichtiger Ort für die Anbahnung von Geschäftskontakten. Als Ergebnis des diesjährigen Forums wurden neben 80 Abkommen und Memoranden in Bezug auf die weitere Zusammenarbeit in Höhe von mehr als 2,7 Milliarden US-Dollar unterschrieben.

Derzeit beginnt bereits auf der Internetplattform „G-Global“ die Diskussion um die inhaltliche Ausrichtung des VII. Astana Wirtschaftsforums und der II. Weltantikrisen-Konferenz. Und seit dem 1. Juni bis zum 1. Juli 2013 ist auf „G-Global“ ein Wettbewerb um den besten Vorschlag für das Thema des kommenden Astana Wirtschaftsforums ausgelobt worden, das in Mai 2014 stattfinden wird.

Die Bedeutung der Ergebnisse des Astana Wirtschaftsforums 2013

Konstantin Laffenbach
20. Juni 2013