Diplomatie > Geschichte
© DIPLOMATIE GLOBAL 2013
| Kontakt| Über uns| Links
Die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Finnland

Matthias Dornfeldt und Enrico Seewald                                                                    

Seit dem Mittelalter gehörten die finnischen Gebiete zu Schweden. König Johann III. von Schweden nahm im Jahre 1581 die Würde eines Großfürsten von Finnland an. In den Napoleonischen Kriegen wurde das finnische Territorium von russischen Truppen besetzt. Kaiser Alexander I. von Rußland proklamierte mit Manifest vom 1. April 1808 die Vereinigung Finnlands mit dem Russischen Reich[1] und übernahm mit Ukas vom 24. Dezember 1808 auch den Rang als Großfürst von Finnland. Persönlich bestätigte der Herrscher am 29. März 1809 im Dom von Porvoo gegenüber den Vertretern der Stände die finnischen Rechte und Privilegien.[2] Der Herrschaftswechsel über Finnland wurde im Artikel IV des russisch-schwedischen Friedensvertrages von Hamina vom 17. September 1809 fixiert.[3]

 

Die vom Kaiser und Großfürsten Nikolaus II. begünstigte Politik der Russifizierung in Finnland forcierte dort den Widerstand. Der Wunsch nach staatlicher Trennung wurde besonders nach Beginn des Ersten Weltkriegs artikuliert. Bereits in der ersten Kriegswoche begann die deutsche Reichsleitung in Kooperation mit dem schwedi-schen Gesandten Arvid Taube in Berlin mit einer Politik der Ausnutzung der Autonomiebestrebungen in Finnland um Rußland zu schaden. Dazu telegrafierte Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg am 6. August 1914 an den deutschen Gesandten Franz von Reichenau in Stockholm: „Um in Finnland Stimmung für uns zu machen, eventuell Aufstand gegen Rußland hervorzurufen, wäre es geboten, alsbald mit leitenden Persönlichkeiten schwedischer Partei in Finnland Fühlung zu nehmen und ihnen im Falle für uns günstigen Kriegsausgangs autonomen Pufferstaat Finnland (Republik) in Aussicht zu stellen. Graf Taube versichert, daß Schweden mit dieser Lösung einverstanden sein würde, da es Annektierung nicht wünsche…“[4] In dem Telegramm sind dann die Namen einiger von Taube erwähnter „geeigneter Mittels-personen“ genannt, ebenso in einem Telegramm vom 10. August 1914.[5] Am 12. August 1914 telegrafierte Unterstaatssekretär Arthur Zimmermann aber eilig hinterher: „Graf Taube bittet im Interesse der Sache dringend darum, daß seine Mitwirkung bei Namhaftmachung von Persönlichkeiten mit Verbindungen nach Finnland geheim bleibt.“[6] Am 25. August 1914 hatte Reichenau eine erste Besprechung mit Per-sönlichkeiten in der finnischen Angelegenheit. Das etwas ernüchternde Resümee dazu steht in einem Brief des Gesandten an den Unterstaatssekretär vom selben Tag.[7] Nach weiteren Gesprächen übermittelte Reichenau mit Schreiben vom 3. Oktober 1914 an Bethmann Hollweg den Plan, „die finnländischen Sozialdemokraten zu gewinnen. Dies könne nur geschehen durch die deutschen Sozialdemokraten. (…) Die deutschen Sozialdemokraten müssen eine Einladung an ihre finnischen Parteigenossen schicken dahin gehend, eine Anzahl … Vertreter zum Besuche nach Berlin reisen zu lassen, um dort Beratungen zu pflegen. (…) Diese Einladung wird am besten durch den Sozial-demokraten Herrn Wilhelm Jansson persönlich nach Finnland zu überbringen sein, weil er schwedischer Staatsangehöriger und zugleich mit der deutschen Sozialdemokratie aufs innigste vertraut ist.“[8] Mit Schreiben vom 13. Oktober 1914 teilte der Gesandte dem Reichskanzler mit, daß Jansson unerwarteter Weise in Stockholm eingetroffen wäre und mit dem finnländischen Plan vertraut gemacht worden sei. Der Sozialdemokrat habe aber sowohl am Sinn des ganzen Vorhabens als auch an der Kooperation der deutschen Sozialdemokratie gezweifelt. „Es wird also darauf ankommen, die deutsche Sozialdemokratie für den Plan einer Einladung ihrer finnländischen Genossen zu Unterhandlungen in Berlin zu gewinnen. Diese Arbeit muss in Deutschland geleitet werden,“ resümierte Reichenau.[9] In dieser Angelegenheit verhandelten noch im Oktober 1914 die SPD-Politiker Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann sowohl im Auswärtigen Amt als auch mit Jansson. Konkrete Ergebnisse brachten diese Sondierungen aber nicht, weil man keine „Revolutionen … auf Bestellung haben könne“.[10] Hingegen handelten einige finnische Privatpersonen, wie der Dozent Herman Gummerus. Mit Schreiben vom 11. Dezember 1914 übermittelte Hellmuth von Lucius von der Deutschen Gesandtschaft in Stockholm an Bethmann Hollweg eine Aufzeichnung vom 8. Dezember 1914 von Gummerus mit dem Hinweis, in der Folge der russischen Gewaltpolitik in Finnland würde sich die Überzeugung festigen, „daß die einzige Rettung Finnlands im Anschluß an Deutschland liegt“. Weiter werden einige Maßnahmen zur Befreiung Finnlands „von der russischen Knechtschaft“ vorgeschlagen, wie die militärische Ausbildung junger Finnländer in Deutschland.[11] In Stockholm hatte Gummerus am 18. Dezember 1914 eine längere Unterredung mit Reichenau. Dazu formulierte der Gesandte in seinem Bericht vom selben Tag an den Reichskanzler: „Es würde meines Erachtens dringend zu wünschen sein, daß das Auswärtige Amt, Generalstab und Admiralstab nur einheitlich vorgingen und nicht gesondert, jede Behörde für sich, eigene Zwischenpersonen in Tätigkeit setzte. Ganz ausgeschlossen müßte die Sonderarbeit von Privaten bleiben; zum mindesten müßte sie der ständigen Überwachung und Zustimmung des Auswärtigen Amtes unterworfen sein. Mir würde es das beste erscheinen, die Bewegung ganz in den Händen des Dr. Gummerus zusammen zu fassen, der mir von allen den finnländischen Propagandisten, mit denen ich hier zu verhandeln hatte, den Eindruck der größten Tatkraft und des klügsten Praktikers macht.“[12] Am 9. Januar 1915 verhandelte Gummerus selbst mit Zimmermann im Auswärtigen Amt.[13]

 

Ende 1914 hatte der aus Finnland stammende Jurist Friedrich Wetterhoff im Haus Landgrafenstraße 20 in Berlin ein Büro zur Wahrung der finnischen Interessen in Deutschland eingerichtet. Das Unternehmen wurde vom Auswärtigen Amt finanziert. Im Gegenzug lieferte Wetterhoff umfangreiches Material über Finnland. „Man ver-suchte die Aufmerksamkeit der deutschen Behörden auf die Bedeutung einer Befreiung Finnlands zu richten und arbeitete für den finnländischen Vorschlag, junge, gebildete Leute in Deutschland militärisch auszubilden, welche dann im Falle einer Revolution in Rußland, einer deutschen Aktion oder eines Aufruhrs, eine finnländische Armee organisieren sollten.“[14] Am 26. Januar 1915 fand im preußischen Kriegs-ministerium eine Besprechung zwischen Vertretern des Ministeriums sowie des Generalstabs und des Admiralstabs über die militärische Ausbildung junger Finnen in Deutschland statt. An der Besprechung nahm Legationssekretär Otto Weber vom Auswärtigen Amt teil. Dabei wurde völlige Übereinstimmung darin erzielt, junge Finnländer „in Deutschland ausbilden zu lassen, um ihnen die Sympathie Deutschlands mit Finnland zu beweisen und sie mit der Kulturhöhe und dem militärischen Geist Deutschlands bekannt zu machen, ferner aber um sie im Falle … eines selbständigen finnischen Aufstandes zur Erfüllung militärischer Aufgaben befähigt zu machen.“[15] Die Details klärte der deutsche Militärattaché bei den Nordischen Reichen Carlo von Aweyden mit Gummerus in Stockholm.[16] In Berlin kümmerte sich Wetterhoff um die Reiseformalitäten der betreffenden Personen. Die Ausbildung begann am 25. Februar 1915 im Lager Lockstedt in Holstein unter der Leitung des Majors Maximilian Bayer. Im Frühjahr 1916 wurde die Truppe als „Königlich Preußisches Jägerbataillon 27“ formiert und am 13. Februar 1918 auf-gelöst, damit die Jäger im finnischen Bürgerkrieg mitkämpfen konnten.[17]

 

Die finnischen Angelegenheiten wurden in Deutschland in der Sektion Politik des Stellvertretenden Generalstabs der Armee bearbeitet. Deren Chefs waren von 1914 bis 1916 Rudolf Nadolny und von 1916 bis 1918 Ernst von Hülsen.[18] Im Auswärtigen Amt war für Finnland Otto-Günther von Wesendonk zuständig, sowie ab 1917 der Rußland-Referent Nadolny. Verbindungsmann des deutschen Generalstabs in Stock-holm war Hans Steinwachs. Große Bedeutung für die Kontakte hatte auf finnischer Seite der ehemalige Regierungschef Edward Hjelt. Wetterhoff vermittelte ein Treffen zwischen Wesendonk und Hjelt auf dessen Wunsch, das am 6. Juli 1915 aus Gründen der Konspiration im Seebad Klampenborg bei Kopenhagen stattfand. Hjelt empfahl dabei, den Freiherrn Adolf von Bonsdorff als finnischen Vertreter nach Berlin zu entsenden, weil Wetterhoff in Finnland „beinahe unbekannt“ sei.[19] Dennoch weilte Wetterhoff Ende August 1915 im Großen Hauptquartier in Pleß zu Gesprächen mit General Erich von Falkenhayn, dem Chef des Generalstabs des Feldheeres, und Admiral Georg Alexander von Müller, dem Chef des Marine-Kabinetts.[20] Anfang 1916 wurde in Helsinki ein „Zentralkomitee der Organisation für die Befreiung Finnlands“ aus Vertretern verschiedener Parteien und Gruppen gebildet, die wiederum ein leitendes Komitee mit Hjelt an der Spitze wählten. Wetterhoff beschrieb die Funktion dieses Gremiums in einer Aufzeichnung für das Auswärtige Amt vom 13. Januar 1916 so: „Dieses leitende Komitee hat die oberste Führung der politischen Angelegenheiten in Finnland und ruft nur bei vorkommenden größeren Fragen das große Zentralkomitee zusammen.“[21] Zimmermann empfing eine Abordnung des Zentral-komitees am 14. März 1916 im Auswärtigen Amt. Die Delegation bestand aus dem Freiherrn Adolf von Bonsdorff, dem Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Helsinki Rafael Erich und dem Direktor der Lebensversicherungs-gesellschaft „Salama“, Samuli Sario.[22] Sario etablierte in Berlin im Haus Nürnberger Straße 14/15 ein „Finnländisches Büro“, das zeitweise von Johannes Oehquist geleitet wurde, der mit Genehmigung des Auswärtigen Amtes und der zuständigen mili-tärischen Behörden öffentliche politische Vorträge über Finnland in Deutschland hielt.[23]

 

Nach der Februarrevolution 1917 in Rußland wurden die Finnen von deutscher Seite zur Verstärkung ihrer Unabhängigkeitsbestrebungen gedrängt. Zimmermann telegra-fierte am 15. März 1917 an Lucius: „Bitte finnischer Delegation nahelegen, gegenwärtige Lage Rußlands sofort zu energischer Aktion Finnlands zu benutzen. Augenblick für Proklamierung finnischer Selbständigkeit erscheine gekommen.“[24] Lucius telegrafierte am 16. März 1917 zurück, daß die Finnen die weitere Entwicklung abwarten wollten, um sich nach keiner Seite hin zu kompromittieren.[25] Daraufhin wurde Lucius von Zimmermann angewiesen, weiter auf die Finnen im Sinne einer energischen Aktion gegen Rußland einzuwirken.[26] Am 24. März 1917 verhandelte Bonsdorff selbst mit Zimmermann im Auswärtigen Amt darüber. Einige Tage später erhielt Bonsdorff ein Nonpaper, in dem das deutsche Interesse an der vollen Selbständigkeit Finnlands formuliert ist.[27] Die russische provisorische Regierung hatte mit Manifest vom 20. März 1917 die verfassungsmäßigen Rechte Finnlands wieder hergestellt.[28] In der Folgezeit nahm der finnische Landtag mehrere Gesetze zur Stärkung der Autonomie an, so am 18. Juli 1917 das sogenannte „Gesetz über die Macht“, in dem der Landtag zur obersten Autorität in Finnland erklärte wurde, mit Ausnahme der auswärtigen Angelegenheiten und der Militärverwaltung.[29] Am 15. November 1917 übernahm der Landtag selbst die oberste Staatsgewalt in Finnland und bestätigte am 27. November 1917 eine Regierung unter der Leitung des ehemaligen Parlamentspräsidenten Pehr Evind Svinhufvud, der auch für die äußeren Angelegen-heiten zuständig war.[30]

 

Nach der Novemberrevolution 1917 in Rußland wurden die Bemühungen um eine Unabhängigkeit Finnlands intensiviert. Am 18. November 1917 verhandelte Nadolny im Auswärtigen Amt in Gegenwart von Hülsen und Steinwachs mit Bonsdorff und Hjelt, die „um eine Unterstützung der finnischen Selbständigkeitsbewegung durch die deutsche Regierung“ baten. In dieser Sache erfolgte auch ein Schriftwechsel zwischen Richard von Kühlmann, dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, und dem Generalquartiermeister Erich Ludendorff, der die beiden Finnen am 26. November 1917 zu einem Gespräch im Großen Hauptquartier in Bad Kreuznach empfing und auf die offizielle Erklärung der Unabhängigkeit drängte.[31] Am 4. Dezember 1917 verlas Svinhufvud im Landtag eine Proklamation über die Selbständigkeit, die am 6. Dezember 1917 mit Mehrheit angenommen wurde. Darüber informierten Bonsdorff und Hjelt am 13. Dezember 1917 persönlich Nadolny im Auswärtigen Amt und baten darum, bei den deutsch-sowjetrussischen Waffenstillstandsverhandlungen in Brest-Litowsk die Räumung Finnlands von sowjetrussischen Truppen zu verlangen. Mit Telegramm vom selben Tag wurde der deutsche Delegierte Frederic Hans von Rosenberg von Staatssekretär Kühlmann gebeten, bei der sowjetrussischen Delegation anzufragen, wie sich deren Regierung zur Unabhängigkeit Finnlands stellt und wie man sich bei einer Anerkennung der Unabhängigkeit Finnlands durch Deutschland verhalten werde. Rosenberg führte dazu Gespräche mit den sowjetrussischen Delegierten Adolf Abramowitsch Joffe und Sergej Sergejewitsch Kamenew, die beide erklärten, die sowjetrussische Regierung werde im Sinne des Selbstbestimmungsrechts der Völker keine Schwierigkeiten machen, wenn die Finnen deswegen offiziell in Petrograd vorstellig würden.[32] Unterstaatssekretär Hilmar von dem Bussche vom Auswärtigen Amt instruierte daraufhin Lucius telegrafisch, den Finnen nahezulegen, so zu handeln.[33] Diese Politik fand auch die Zustimmung Kaiser Wilhelms II., der dazu meinte, es würde „das Vertrauen Lenins zu uns stärken, wenn er sieht, daß wir in diesen Fragen in Übereinstimmung mit Rußland vorgehen und nichts hinter seinem Rücken tun wollen.“[34] Die offizielle Bitte um Anerkennung der Unabhängigkeit Finnlands durch das Deutsche Reich wurde am 27. Dezember 1917 persönlich dem Reichskanzler Georg von Hertling durch eine Delegation bestehend aus Hjelt, Erich und Sario vorgetragen, ebenso die Bitte um Zulassung einer offiziellen finnischen Vertretung in Berlin. Hertling teilte den Finnen mit, „daß die Anerkennung erfolgen werde, sobald sich Finnland mit Rußland wegen der Selbständigkeit geeinigt“ habe.[35] Dazu begab sich eine Delegation unter Leitung Svinhufvuds nach Petrograd, wo man am Silvesterabend 1917 im Smolny das Dekret des Rates der Volkskommissare über die staatliche Unabhängigkeit Finnlands erhielt.[36] Daraufhin erfolgte die völkerrecht-liche Anerkennung Finnlands durch Deutschland. Die entsprechende Urkunde hat folgenden Wortlaut:

 

Wir Wilhelm,

von Gottes Gnaden

Deutscher Kaiser, König von Preußen etc.

beauftragen hiermit Unsern Reichskanzler, den Wirklichen Geheimen Rat Grafen von Hertling, der Finnländischen Regierung zu erklären, daß Wir auf den Uns von ihrer Abordnung vorgetragenen Wunsch und auf den Bericht Unseres Reichskanzlers im Namen des Deutschen Reichs die Republik Finnland als freies, selbständiges und unabhängiges Staatswesen anerkennen und bereit sind, nach Völkerrecht friedliche und freundschaftliche Beziehungen zwischen Deutschland und Finnland zum Wohle des deutschen und des finnländischen Volkes anzuknüpfen.

Urkundlich haben Wir diesen Auftrag Allerhöchstselbst vollzogen und mit Unserem Kaiserlichen Insiegel versehen lassen.

Gegeben Berlin, den 4. Januar 1918.  

Wilhelm I. R.

Graf von Hertling

 

Hertling und Bussche teilten der finnischen Delegation am 6. Januar 1918 persönlich die Anerkennung mit.[37] Am 22. Januar 1918 wurde Freiherr August von Brück, der Leiter des Generalkonsulats in Göteborg, zum Ministerresidenten in Helsinki mit dem persönlichen Rang als Gesandter ernannt. Brück konnte seinen neuen Posten allerdings wegen des Bürgerkriegs in Finnland nicht sofort antreten. Am 16. Januar 1918 hatte Svinhufvud den Freiherrn Gustaf Mannerheim mit dem Aufbau einer Streitmacht beauftragt. Mannerheim begab sich dazu nach Vaasa, wohin einige Senatoren der Regierung Svinhufvud folgten, die eine Notregierung unter der Leitung des Senators Heikki Renvall bildeten. In der Nacht vom 27. auf den 28. Januar 1918 besetzten bewaffnete linke Gruppen und die von Sowjetrußland unterstützte Rote Garde die finnische Hauptstadt, wo eine Rat der Volksbeauftragten genannte Regierung unter der Leitung des früheren Parlamentspräsidenten Kullervo Akilles Manner mit dem Außen-minister Yrjö Sirola gebildet wurde. Am 1. März 1918 unterzeichneten Vertreter der sowjetrussischen Regierung und Bevollmächtigte der „finnländischen sozialistischen Republik“ in Petrograd einen Freundschaftsvertrag.[38]

 

Bei den Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk hatte Leo Trotzki, der Leiter der sowjetrussischen Delegation, am 10. Februar 1918 eine Erklärung überreicht, wonach seine Regierung auf die Unterzeichnung eines Friedensvertrages verzichtet und „den Kriegszustand mit Deutschland, Österreich-Ungarn, Bulgarien und der Türkei für beendigt erklärt. Gleichzeitig wird den russischen Armeen der Befehl zur Demobili-sierung an allen Fronten übergeben.“[39] Die dadurch entstandene Situation war am 13. Februar 1918 Thema beim Kronrat in Bad Homburg. Wilhelm II. plädierte dabei für die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen gegen Sowjetrußland. Hertling wünschte in diesem Zusammenhang ein förmliches Ersuchen der Finnen um deutsche militärische Hilfe.[40] Kühlmann telegrafierte daraufhin an Bussche, man müsse von den Finnländern eine Erklärung erhalten, in welcher diese „unter Berufung auf die herrschende Anarchie und dauernde Gefährdung von Leben und Eigentum unsere Intervention zur Herstellung der Ordnung anrufen.“[41] Erich und Hjelt übergaben diese Erklärung Hertling am 14. Februar 1918.[42] Am 21. Februar 1918 wurde Hjelt im Großen Hauptquartier in Bad Homburg die Entscheidung mitgeteilt, daß deutsche Truppen in den finnischen Bürgerkrieg eingreifen würden. Der Kaiser wollte die Aktion ohne Verzug durchführen.[43] Hingegen gab es bei der Reichsleitung völker-rechtliche und staatsrechtliche Bedenken, die in der Sitzung des Preußischen Staats-ministeriums am 9. März 1918 zur Sprache kamen. Reichsjustizamt und Auswärtiges Amt sollten entsprechende Gutachten vorlegen.[44] Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg telegraphierte am selben Tag an Wilhelm II., die Expedition verfolge den Zweck, „den Finnländern bei Bekämpfung der Räuberbanden die nachgesuchte Hilfe zu leisten, genau so, wie wir es in der Ukraine, in Livland und Estland … noch tun. (…) Finnland und die Ukraine sind unsere natürlichen Bundesgenossen gegenüber Großrußland, für den Rest des Krieges nicht nur, sondern auch für den Frieden. Ein festes Bündnis mit ihnen sichert uns den Rücken gegen die Westmächte.“[45] Am 11. März 1918 fand beim Reichskanzler eine Besprechung über die Expedition statt, an der die Staatssekretäre des Reichsamts des Innern, des Reichsschatzamts, des Reichs-justizamts, des Reichswirtschaftsamts und des Reichskolonialamts teilnahmen. Das Auswärtige Amt wurde von Unterstaatssekretär Bussche und Justiziar Walter Simons vertreten, der das Gutachten über die völkerrechtlichen Aspekte der Angelegenheit vorlegte. Bussche meinte, daß die Expedition keineswegs der Beginn eines neuen Feldzugs sei, „sondern mehr … eine polizeiliche Aktion gegen marodierende Banden.“ Man kam überein, alle Aktionen in Finnland bis zur Ratifizierung des deutsch-sowjetrussischen Friedensvertrages durch die Sowjetregierung zu verschieben und der Öffentlichkeit gegenüber die Verschiebung der Expedition mit den Eisverhältnissen zu erklären. Hertling sollte Wilhelm II. beim Kronrat am folgenden Tag darüber informieren „und mit allem Nachdruck auf eine Verschiebung der Expedition hinwirken“.[46] Beim Kronrat im Schloß Bellevue in Berlin blieb der Kaiser allerdings bei seiner Entscheidung mit der Begründung: „Bolschewiki müssen erschlagen wer-den, weil revolutionär.“[47] Für das Unternehmen in Finnland wurde die 12. preußische Landwehrdivision als „Ostseedivision“ umformiert und Graf Rüdiger von der Goltz zu deren Kommandeur ernannt.[48] Goltz schrieb zum Zweck der Intervention: „Es galt, Sowjet-Rußland niederzuhalten, das hinter dem finnischen Aufstand stand, ihm jede Machterweiterung zu verbieten, die Bildung einer neuen Ostfront zu verhindern. Warf man die Bolschewiken bis dicht vor Petersburg zurück, so hatte ihre Macht, die im Streben nach der Weltrevolution durchaus imperialistisch war, einen neuen empfindlichen Stoß erlitten und man hatte dann im Bunde mit dem befreundeten Finnland … die russische Hauptstadt in der Zange.“[49]

 

Nach einem Ultimatum der Deutschen unterzeichneten die Vertreter Sowjetrußlands am 3. März 1918 in Brest-Litowsk doch noch den Friedensvertrag, der in Artikel VI den Passus enthält: „Finnland und die Aalandsinseln werden alsbald von den russi-schen Truppen und der russischen Roten Garde, die finnischen Häfen von der russischen Flotte und den russischen Seestreitkräften geräumt.“ Am 7. März 1918 unterzeichneten Hertling sowie Hjelt und Erich in Berlin den Friedensvertrag zwischen Deutschland und Finnland sowie ein Handels- und Schiffahrtsabkommen.[50] Der Friedensvertrag enthält in Artikel 1 den Passus: „Deutschland wird dafür eintreten, daß die Selbständigkeit und Unabhängigkeit Finnlands von allen Mächten anerkannt wird.“ In einer Note an Wilhelm II. aus Anlaß der Unterzeichnung formulierten Erich und Hjelt „im Namen ihrer Regierung die Dankbarkeit des finnischen Staates und Volkes für die unendlich wertvolle Mitwirkung Deutschlands zur vollständigen Verwirk-lichung der Unabhängigkeit Finnlands sowie die aufrichtigsten Wünsche für das Wohlergehen Euerer Kaiserlichen Majestät und des Deutschen Reiches“. Der Kaiser antwortete darauf mit Telegramm vom 10. März 1918.[51] Ebenfalls am 7. März 1918 hatten Goltz und Hjelt einen Vertrag über die militärischen Details der Expedition abgeschlossen.[52] Die Übernahme der gesamten Kosten durch Finnland bestätigte Hjelt dem preußischen Kriegsministerium mit Erklärung vom 18. März 1918.[53] Die Landungsaktionen der deutschen Verbände in Finnland begannen Anfang April 1918. Am 14. April 1918 zog Goltz an der Spitze seiner Truppen in Helsinki ein. Am 2. Mai 1918 waren die Kampfhandlungen beendet.[54]

 

Svinhufvud war am 3. März 1918 mit dem Eisbrecher „Tarmo“ die Flucht von Hel-sinki in das von den Deutschen besetzte Reval gelungen. Er reiste von dort mit der Eisenbahn nach Berlin, wo er am 10. März 1918 eintraf und Quartier im Hotel Conti-nental nahm. Am 12. März 1918 wurde Svinhufvud von Hindenburg im Generalstabs-gebäude in Anwesenheit von Hjelt empfangen. Danach fand eine Unterredung zwischen Svinhufvud, Hjelt und Goltz statt. Am 14. März 1918 empfing Hertling die Finnen in der Reichskanzlei.[55] Danach gab Bussche für die Gäste ein Essen im Aus-wärtigen Amt. Am 16. März 1918 sprach Svinhufvud im Reichstag vor dem Inter-fraktionellen Ausschuß.[56] Am nächsten Tag verließ er Berlin, um über Stockholm[57] nach Vaasa zu reisen. Brück überreichte dort Svinhufvud am 26. März 1918 im Stadthaus das Beglaubigungsschreiben.[58] Zwei Tage später akkreditierte sich an selber Stelle der schwedische Gesandte Gustaf Westman. Am 4. Mai 1918 trafen beide Diplomaten mit dem Sonderzug des Senats in Helsinki ein, wo am 16. Mai 1918 der feierliche Einzug der finnischen Truppen mit Mannerheim an der Spitze erfolgte. In seiner Ansprache an den Senat erwähnte der General „die feste Hoffnung“ der Armee, „daß das Steuer des Staatsschiffes in eine kraftvolle Hand gelegt wird, die nicht von Parteizwist berührt … sein wird“. Dieser Hinweis wurde als Bekenntnis zu einer monarchischen Gesellschaftsordnung für Finnland gedeutet.[59] Der am 19. Mai 1918 vom Landtag zum Reichsverweser gewählte Svinhufvud bemerkte dazu in einem Interview, „daß der einzige Weg, die Selbständigkeit und die Freiheit des Landes zu sichern und eine feste, über den Parteistreitigkeiten stehende, auf demokratischem Grunde gebaute Regierung zu schaffen, sei, an die Spitze des Reiches einen konstitutionellen König zu stellen.“ In diesem Zusammenhang sagte Svinhufvud zu Brück, „es könne selbstverständlich nur ein deutscher Prinz in Frage kommen… Von den Prinzen … wüßten sie eigentlich gar nichts, er habe deshalb die Idee, sich vertrauensvoll an den Kaiser zu wenden mit der Bitte, einen passenden Herrscher für sie auszusuchen.“ Brück schreibt dazu, daß „in weiten Kreisen“ ein Kaisersohn gewünscht werde, „und zwar wird Prinz Oskar am meisten genannt, weil er eine nicht ebenbürtige Frau genommen hat und deshalb den Hiesigen als mit einem Tropfen demokratischen Öls gesalbt erscheint.“[60] Im Auswärtigen Amt war man über die finnischen Wünsche nicht erfreut, denn ein deutscher Prinz auf Finnlands Thron „würde Deutschland sowohl Rußland als auch den anderen nordischen Staaten gegen-über in höchst unerwünschter Weise festlegen… (...) Weniger zwingend wären die Bedenken bei den Angehörigen kleiner deutscher Fürstenhäuser, bei denen von vorn-herein erklärt werden könnte, daß sie bei der Annahme der Stellung in Finnland auf eigene Rechnung und Gefahr handeln und eine direkte politische Unterstützung durch das Reich nicht zu erhoffen haben.“ Diese Aufzeichnung wurde von Oskar Trautmann von der Politischen Abteilung formuliert, von Hertling abgesegnet und zusammen mit dem Bericht Brücks vom 19. Mai 1918 am 5. Juni 1918 an Freiherrn Werner von Grünau, den Vertreter des Auswärtigen Amtes im Großen Hauptquartier, zur Weiter-gabe an Wilhelm II. übermittelt.[61] Grünau informierte Hertling mit Schreiben vom 12. Juni 1918 darüber, „daß Seine Majestät der Kaiser Allerhöchstseine Ansicht über die Einführung der Monarchie in Finnland dahin kundgegeben hat, daß ein preußischer Prinz für den finnischen Thron nicht in Betracht kommt, daß aber Seine Majestät gegen eine Kandidatur des Herzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg nichts einzu-wenden hätten.“[62] 

 

Am 9. August 1918 wurde im Landtag die monarchische Staatsform für Finnland beschlossen und daraufhin die Regierung mit der Kandidatensuche beauftragt.[63] Svinhufvud reiste deshalb nach Deutschland, wo eine Audienz bei Wilhelm II. im Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel vorgesehen war. In Vorbereitung dieser Zusammen-kunft formulierte Staatssekretär Paul von Hintze vom Auswärtigen Amt seine Meinung zu den deutsch-finnischen Beziehungen in einer Aufzeichnung vom 21. August 1918, die er über Freiherrn Kurt von Lersner, dem Vertreter des Auswärtigen Amtes im Großen Hauptquartier, an Wilhelm II. übermitteln ließ. Darin steht: „Ein dauerndes Bündnis mit Finnland würde uns in unserer späteren Politik Rußland gegen-über ein für alle Mal festlegen, ohne uns in einem späteren Kriege mit Rußland besondere militärische Vorteile zu bringen. Es ist im jetzigen Zeitpunkte unmöglich, zu beurteilen, welche Wege in Zukunft unsere Politik Rußland gegenüber einzu-schlagen haben wird. (…) Es ist deshalb erwünscht, daß Seine Majestät der Kaiser bei der Audienz … keinerlei Entscheidung über die Kandidatenfrage trifft, die Aller-höchstdenselben und Seine Regierung bindet.“ Lersner telegrafierte am 23. August 1918: „Seine Majestät hat sich mit der Denkschrift Euerer Exzellenz einverstanden erklärt und versprach, sich Herrn Svinhufvud gegenüber wunschgemäß zu verhalten.“[64] So geschah es dann auch am 26. August 1918 in Wilhelmshöhe. Allerdings wurde dort Prinz Friedrich Karl von Hessen als Kandidat für den finnischen Thron erwähnt. Ende August 1918 verhandelte Wilhelm II. mit Friedrich Karl darüber in Bad Homburg. Das offizielle Angebot erfolgte durch eine finnische Delegation unter Leitung von Onni Talas am 5. September 1918 in der Wohnung des Prinzen in Frankfurt am Main, Untermainkai 8. Am 9. Oktober 1918 wurde Prinz Friedrich Karl von Hessen vom finnischen Landtag durch Akklamation zum König von Finnland gewählt. Das Parlament war allerdings weder vollzählig versammelt noch stimmten alle anwesenden Abgeordneten der Wahl zu. Reichskanzler Max von Baden plädierte deshalb und wegen der laufenden Friedensaktion bei Wilhelm II. dafür, „daß Prinz Friedrich Karl sich eine längere Bedenkzeit ausbittet.“[65] Am 4. November 1918 überreichte der finnische Parlamentspräsident Lauri Ingman in der finnischen Gesandtschaft in Berlin dem Prinzen die Urkunde über die Wahl. Friedrich Karl behielt sich eine Entscheidung über die Annahme vor. In der Folge der Revolution in Deutschland scheiterten die Pläne. Svinhufvud trat am 12. Dezember 1918 zurück und Mannerheim wurde zum Reichsverweser gewählt. Hjelt informierte den Prinzen darüber mit Schreiben vom 20. Dezember 1918. Der gewählte König verzichtete am selben Tag gegenüber dem finnischen Volk mit einem auf den 14. Dezember 1918 rückdatierten Schreiben, das am 28. Dezember 1918 veröffentlicht wurde. Damit war das Königsabenteuer beendet. Die letzten deutschen Truppen hatten Finnland am 16. Dezember 1918 verlassen.



Die Errichtung der finnischen diplomatischen Vertretung in Berlin

 

Im Januar 1918 wurde von der finnischen Regierung über ihren Geschäftsträger Alexis Gripenberg in Stockholm beim deutschen Gesandten Lucius angefragt, ob Hjelt „als diplomatischer Vertreter in Berlin genehm wäre“. Kühlmann plädierte bei Wilhelm II. für den Kandidaten mit den Worten: „Er hat hier einen sehr guten Eindruck gemacht und dürfte seiner ganzen Persönlichkeit nach für den Gesandtenposten in Berlin durch-aus geeignet sein.“ Der Kaiser stimmte der Erteilung des Agréments zu. Das Beglaubi-gungsschreiben hat folgenden Wortlaut:

 

Der Präsident der Regierung Finnlands

an

Seine Majestät den Deutschen Kaiser,

König von Preußen

Wilhelm II.

Euere Majestät!

Nachdem Finnland in die Reihe der souveränen Staaten eingetreten und als solcher von Euerer Majestät im Namen des Deutschen Reiches anerkannt worden ist, stellt es sich als eine hohe und wichtige Aufgabe der Regierung Finnlands dar, unmittelbare und dauernde diplomatische Verbindungen mit dem Deutschen Reiche ihrerseits herzustellen. Dementsprechend hat die Regierung dem Herrn Edward Immanuel Hjelt, Doktor der Philosophie, Wirklichen Staatsrat, Kanzler der Universität zu Helsingfors, ehemaligen Chef der Regierung etc., den ehrenvollen Auftrag erteilt, sie als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister Finnlands bei Euerer Majestät zu vertreten.

Die ausgezeichneten Verdienste des Bevollmächtigten und seine vaterländische Gesinnung sind mir eine Gewähr dafür, daß er in jeder Weise bestrebt sein wird, seine wichtigen Aufgaben erfolgreich zu erfüllen, sich des Vertrauens Euerer Majestät würdig zu zeigen und zur Befestigung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem Deutschen Reiche und Finnland beizutragen.

In der Erreichung dieses Zieles erblickt die Regierung Finnlands eine Aufgabe von allergrößter Bedeutung.

Demzufolge ersuche ich Euere Majestät ehrerbietigst, Herrn Hjelt als außer-ordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Finnlands mit gnädigem Wohl-wollen aufzunehmen und durch Allerhöchstihr Vertrauen auszuzeichnen sowie durch ihn die Ausdrücke der Verehrung zu empfangen, welche die Regierung Finnlands Euerer Majestät entgegenbringt.

Helsingfors, den 10.2.1918

Svinhufvud 

 

Die offizielle Überreichung dieses Beglaubigungsschreibens sollte allerdings erst nach dem Friedensschluß zwischen Finnland und Deutschland erfolgen. Wilhelm von Kuhl-mann, der Leiter des Etikette-Referats des Auswärtigen Amtes, legte als Datum der Geschäftsaufnahme des Gesandten den 23. Februar 1918 fest. Hjelt und seine Beglei-tung behielten ihr Quartier im Hotel Esplanade zunächst bei. Das Büro der finnischen Gesandtschaft wurde im zweiten Stock des Hauses Wichmannstraße 28 untergebracht und am 24. April 1918 in das Haus Landgrafenstraße 13 verlegt.[66] Hjelt überreichte Wilhelm II. das Beglaubigungsschreiben am 30. Juli 1918 im Großen Hauptquartier in Spa beim Empfang aus Anlaß der Verleihung des Großkreuzes des finnischen Freiheitskreuzes mit Brillanten an den Kaiser.[67] Hjelt blieb während der Novemberrevolution 1918 in Deutschland auf seinem Posten, wurde aber nach dem Regierungs-wechsel in Finnland im Dezember 1918 aufgefordert, seinen Abschied zu nehmen. Daraufhin wurde Brück beauftragt, die finnische Regierung darauf hinzuweisen, „daß wir Abberufung Hjelts befremdend finden würden“.[68] Mannerheim unterzeichnete am 24. Mai 1919 Hjelts Abberufungsschreiben. Reichspräsident Friedrich Ebert empfing Hjelt auf Vorschlag des Auswärtigen Amtes am 21. Juni 1919 in Weimar zur Überreichung des Dokuments. Aus dem im Auswärtigen Amt formulierten Text der Erwiderung des Reichspräsidenten auf die Ansprache des Gesandten hatte Ebert den Hinweis auf die deutsche Waffenhilfe für Finnland gestrichen. Bei der Zeremonie war Nadolny als Vertreter des Auswärtigen Amtes zugegen. Die großen Verdienste Hjelts als finnischer Gesandter in Deutschland wurden von Ebert in einem Handschreiben an Mannerheim vom 10. Juli 1919 ausdrücklich gewürdigt. Die Leitung der finnischen Gesandtschaft in Berlin übernahm Juho Jännes, dessen Beglaubigungsschreiben vom 22. Mai 1919 datiert.[69] Der Reichspräsident empfing den neuen Gesandten am 23. August 1919 in Weimar zur Überreichungszeremonie in Gegenwart des Reichsaußen-ministers Hermann Müller.[70] Edward Hjelt starb am 2. Juli 1921 während eines Kur-aufenthalts in Bad Mergentheim. Reichsaußenminister Friedrich Rosen sandte ein Beileidstelegramm an dessen Tochter Tyra und beauftragte Brück, der finnischen Regierung seine und der Reichsregierung Teilnahme auszudrücken.[71]  

 

 

Die deutsche diplomatische Vertretung in Finnland

 

Mit Vertrag vom 12. November 1918 mietete Brück Räumlichkeiten im 5. Stock des dem Staat gehörenden Hauses Südliche Esplanade 4 in Helsinki für eine Jahresmiete von 24.000 Mark einschließlich Wasser und Heizung und schrieb dazu am 31. Dezember 1918 an das Auswärtige Amt: „Es herrschte von Anfang an in Helsinki eine un-glaubliche Wohnungsnot und Wohnungsteuerung; ich bin deshalb gleich nach meiner Ankunft mit der Regierung in Verbindung getreten, um eine Wohnung in einem öffentlichen Gebäude zu erhalten.“ Er bekam die frühere Wohnung des Vize-präsidenten des Senats angeboten. „Da die Wohnung sehr geräumig, hell, modern eingerichtet und ganz zentral gelegen ist, nahm ich sofort an, obwohl es mir unmöglich war, den Preis zu erfahren. Ich befand mich jedoch bei den riesigen Hotelpreisen, den drängenden Anforderungen des Dienstes und namentlich bei dem steten Anwachsen der Geschäfte und des Personals in der Zwangslage, die Wohnung bedingungslos übernehmen zu müssen.“[72] Konsularische Aufgaben übernahm der Königlich Preußische Kommerzienrat Albert Goldbeck-Löwe, der bereits ab dem Jahre 1900 Vizekonsul in Helsinki gewesen war und als Urlaubsvertreter des Konsuls Carl Flügel am 4. August 1914 das Inventar und die Geschäfte dem Königlich Schwedischen Generalkonsul Johann von Lilliehöök übergeben hatte. Goldbeck-Löwe verließ am selben Abend Helsinki Richtung Schweden. Reichenau formulierte in einem Empfehlungsschreiben vom 30. Oktober 1914 an Bethmann Hollweg: „Herr Goldbeck-Löwe ist ein tüchtiger Kaufmann, kennt die schwedischen und finnländischen Verhältnisse und hat auch gute Verbindungen in Deutschland.“[73] In einer Aktennotiz vom 9. März 1918 steht: „Der Kommerzienrat Goldbeck-Löwe ist der Vertretung des Reiches bei der Finnischen Regierung als Beirat mit dem Charakter als Konsul und der Berechtigung zum Tragen der Konsular-Uniform zugeordnet worden.“[74] Brück schrieb am 24. April 1918 aus Vaasa an Hertling: „Die hier anfallenden Geschäfte nehmen einen solchen Umfang an, daß sie mit dem bisherigen spärlichen Kanzleipersonal nicht erledigt werden können und zwar sind es zum Teil reine Konsulatsgeschäfte. Außerdem ist zu erwarten, daß mit der Befreiung von Helsinki eine ungeheure Menge von kaufmännischen Anfragen und Reklamationen erfolgen und auch sonstige Konsulatsgeschäfte erwachsen werden, für die mir überhaupt die Zuständigkeit fehlt. Es ist deshalb notwendig, daß die sofortige Einrichtung eines Konsulats in Helsinki ins Auge gefaßt wird. In etwa 14 Tagen dürfte Helsiki ... zu erreichen sein; bis dahin wird auch voraussichtlich die Ministerresidentur dorthin übersiedeln.“ Goldbeck-Löwe reiste zusammen mit Brück nach Helsinki. 

 

Der Ministerresident blieb nach dem Systemwechsel in Deutschland im Amt, wurde vom Reichspräsidenten am 13. Februar 1920 zum Gesandten ernannt und mit Urkunde vom 5. August 1920 in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Personalchef Edmund Schüler bat Brück im Begleitschreiben vom 28. August 1920, noch auf seinem Posten zu verbleiben. Reichsaußenminister Walter Simons übersandte Brück am 14. Oktober 1920 das Abberufungsschreiben und formulierte im Begleitschreiben seinen und der Reichsregierung aufrichtigsten Dank, „für die treuen und bewährten Dienste, die Sie auf Ihren verschiedenen Posten, insbesondere während Ihrer Tätigkeit in Helsinki dem Reiche geleistet haben.“ Die Abberufung Brücks wurde in Finnland sehr bedauert. Am 24. Oktober 1920 veranstaltete die Finnisch-Deutsche Gesellschaft im Festsaal des Hotels „Fennia“ in Helsinki eine Feier, wobei Grußtelegramme von Svinhufvud und Simons verlesen wurden. Am 23. November 1920 überreichte Brück dem Staatspräsidenten Kaarlo Juho Stahlberg das Abberufungsschreiben. Am 27. November 1920 übernahm Legationsrat Erich Wallroth die Leitung der Gesandtschaft als Geschäftsträger. Ebert versetzte Brück mit Urkunde vom 19. August 1924 zum 1. Oktober 1924 in den Ruhestand. Staatssekretär Ago von Maltzan formulierte im Begleitschreiben dazu: „Bei Übersendung dieser Urkunde ... ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen nochmals meinen wärmsten Dank für Ihre dem Auswärtigen Amt und dem Reiche in langjähriger Tätigkeit auf den verschiedensten Posten geleisteten vorzüg-lichen Dienste zum Ausdruck zu bringen und Ihnen von ganzem Herzen noch viele Jahre ungetrübter Muße nach der langen Zeit Ihres an Erfolgen und Anerkennungen reichen amtlichen Wirkens zu wünschen.“ Freiherr August von Brück starb am 8. September 1941 in Kirchdorf am Haunpold.[75]

 

Quellen

 

 

Literatur:

 

Osmo Apunen: Deutschland und die finnische Freiheitsbewegung 1914 – 1915, in: Ernst Schulin (Hrsg.): Gedenkschrift für Martin Göhring, Studien zur europäischen Geschichte, Wiesbaden 1968, S. 301 – 316.

 

Dieter Aspelmeier: Deutschland und Finnland während der beiden Weltkriege, Hamburg 1967.

 

Franz Beyer: Das deutsche Einschreiten in Finnland 1918 als völkerrechtmäßige Intervention, Schriften des Instituts für Finnlandkunde der Universität Greifswald, Braunschweig Berlin Hamburg 1928.

 

Ludwig Biewer: Rudolf Nadolny und Ernst von Hülsen und die deutsche Patenschaft bei der Geburt des souveränen Finnland 1917/18, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Band 42, Stuttgart 1994, S. 562 – 572.

 

Herman Gummerus: Finnlands Kampf um seine Selbständigkeit und Deutschland während des Weltkrieges, in: Jomsburg, Völker und Staaten im Osten und Norden Europas, Jahrgang 1, Leipzig 1937, S. 281 – 294.

 

Walther Hubatsch: Finnland in der deutschen Ostseepolitik 1917/18, in: Ostdeutsche Wissen-schaft, Jahrbuch des Ostdeutschen Kulturrates, Band II, München 1956, S. 47 – 81. Mit Ergänzungen wieder abgedruckt in: Walther Hubatsch: Unruhe des Nordens, Studien zur deutsch-skandinavischen Geschichte, Göttingen 1956, S. 106 – 149. 

 

Ernst von Hülsen: Die deutsche Mitarbeit an Finnlands Freiheit, in: Zeitschrift für Politik, Fünfzehnter Band, Berlin 1926, S. 263 – 273.

 

Anders Huldén: Finnlands deutsches Königsabenteuer 1918, Reinbek 1997.

 

Manfred Menger: Das imperialistische Deutschland und die Anerkennung der Selbständigkeit Finnlands durch Sowjetrußland; in: Jahrbuch für Geschichte der UdSSR und der volks-demokratischen Länder Europas, Band 11, Berlin 1967, S. 143 – 155.

 

Manfred Menger: Finnland im Jahre 1918, in: Nordeuropa-Studien, Wissenschaftliche Zeit-schrift der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Greifswald 1967.

 

Manfred Menger: Die Finnlandpolitik des deutschen Imperialismus 1917 – 1918, Berlin 1974.

 

Erkki Räikkönen: Svinhufvud baut Finnland, München 1936.

 

Hannes Saarinen: Finnland und die Außenpolitik der Weimarer Republik, Berlin 1973.

 

Friedrich Wetterhoff: Finnland – Im Lichte des Weltkrieges, Berlin 1916.

 

Irene und Wolfgang Wilhelmus: Der Kampf um die Lösung der nationalen und sozialen Frage 1917/18 in Finnland; in: Zeitschrift für Geschichte, XIII. Jahrgang 1965, Heft 1, S. 36 – 56.

Akten:

 

 

Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes (PAAA)

 

Finnland Nr. 1, Akten betreffend Finnland, Allgemeine Angelegenheiten

R 6126: Band 1; R 6128: Band 3; R 6130: Band 5; R 6132 – R 6134: Band 7 – 9;

R 6140: Band 15; R 6143: Band 18;  R 6145: Band 20. 

 

Rußland Nr. 63, Akten betreffend die Zustände und Verhältnisse Finnlands

R 10158 – R 10160: Band 16 – 18; R 10162: Band 20.

 

Der Weltkrieg Nr. 11 c geheim, Geheime Akten betreffend den Krieg 1914, Unternehmungen und Aufwiegelungen gegen unsere Feinde in Finnland und den russischen Ostseeprovinzen

R 20983 – R 20986: Band 1 – 4; R 20989: Band 7; R 20993: Band 11; R 21001: Band 19.

 

Weltkrieg, Friedensverhandlung, Finnland Politisches Nr. 1

R 22104/R 22105: Band 1 und 2.

 

Weltkrieg, Friedensverhandlung, Finnland Politisches Allgemeines

R 22106/ R 22107: Band 1 und 2.

 

Großes Hauptquartier, Akten betreffend: Allgemeine Lage, Finnland

R 22179 – R 22182: Band 1 – 3.   

 

Finnland Nr. 2, Akten betreffend die finnische Mission in Berlin

R 130685.

 

Rep. II, Finnland Nr. 1, Akten betreffend die Geld-Angelegenheiten der Mission in Finnland R 135430.

 

Rep. Deutsche Konsulate, Nr. 2, Finnland, Helsingfors, Akten betreffend das Kaiserlich  Deutsche Konsulat in Helsingfors

R 140908.

 

Rep. Deutsche Konsulate, Nr. 12, Rußland, Helsingfors, Akten betreffend das Kaiserlich Deutsche Konsulat in Helsingfors

R 141208/R 141209: Band 10 und 11.

 

 

Bundesarchiv Berlin (BAB)

 

Reichskanzlei, Akten betreffend Krieg 1914 (Finnland)

R 43/2406d.

 



[1] Das Manifest ist in deutscher Übersetzung abgedruckt in: Friedrich Wilhelm Ghillany: Diplomatisches Handbuch, II. Teil, Nördlingen 1855, S. 664/665.

[2] Magnus Gottfried Schybergson: Politische Geschichte Finnlands 1809 – 1919, Gotha 1925, S. 22 – 24.

[3] Der Friedensvertrag ist abgedruckt in: Ghillany: Diplomatisches Handbuch, II. Teil, a.a.O., S. 666 – 672.

[4] PAAA, R 20983, Bl. 8 – 10.

[5] Ebenda, Bl. 17 – 19.

[6] Ebenda, Bl. 22.

[7] Ebenda, Bl. 73 – 79.

[8] PAAA, R 20984, Bl. 6 – 9.

[9] Ebenda, Bl. 18/19. Das Schreiben ist fälschlicherweise auf den 13.September 1914 datiert.

[10] Siehe dazu die Darstellung bei Philipp Scheidemann: Memoiren eines Sozialdemokraten, Erster Band, Dresden 1928, S. 272 – 274.

[11] PAAA, R 20985, Bl. 160 – 163.

[12] Ebenda, Bl. 207/208.

[13] Ebenda, Bl. 256.

[14] Magnus Gottfried Schybergson: Politische Geschichte Finnlands, a.a.O., S. 397

[15] Aufzeichnung in: PAAA, R 20986, Bl. 56 – 60.

[16] Ebenda, Bl. 165 – 167. 

[17] Siehe dazu die Darstellung bei Johannes Oehquist: Das Löwenbanner, Finnlands Aufstieg zur Freiheit, Berlin 1923, S. 106 – 118.

[18] Siehe dazu die Aufzeichnung Nadolnys, abgedruckt in: Ludwig Biewer: Rudolf Nadolny und Ernst von Hülsen und die deutsche Patenschaft bei der Geburt des souveränen Finnland 1917/18 in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Band 42, Stuttgart 1994, S. 562 – 572.

[19] PAAA, R 20989, Bl. 131, 137/138, 163, 172, 184, 196/197 sowie 199 – 201.

[20] Siehe dazu den Tagebucheintrag Müllers vom 24. August 1915 in: Regierte der Kaiser?, Kriegstagebücher, Aufzeichnungen und Briefe des Chefs des Marine-Kabinetts Admiral Georg Alexander von Müller, Göttingen 1959, S. 124 sowie das Dankschreiben Wetterhoffs an Müller vom 26. August 1915. In den von Wetterhoff zu diesem Anlaß eingereichten Denkschriften wird die militärische Komponente bereits thematisiert. In einer Broschüre resümiert Wetterhoff: „Das Endziel der finnischen Freiheitsbewegung ist die vollständige Losreißung Finnlands vom russischen Reiche und die Bildung einer selbständigen Monarchie. (…) Nur durch deutsche Hilfe ist Finnland zu befreien.“ PAAA, R 22179.

[21] Die Aufzeichnung ist von Wetterhoff fälschlicherweise auf den 13. Januar 1915 datiert: PAAA, R 20993, Bl. 22 – 31.

[22] Unterlagen dazu in: Ebenda, Bl. 180 – 211.  

[23] Schreiben von Oehquist vom 19. März 1917 an die Passabteilung des Auswärtigen Amtes in: PAAA, R 21001, Bl. 209/210.

[24] Ebenda, Bl. 111.

[25] Ebenda, Bl. 127.

[26] Ebenda, Bl. 128.

[27] Die Unterlagen dazu in: Ebenda, Bl. 154 – 157, 180 und 182/183.

[28] Schultheß´ Europäischer Geschichtskalender, Jahrgang 1917, Zweiter Teil, S. 667 – 669.

[29] Ebenda, S. 696 und 712.

[30] Ebenda, S. 763 und 769.

[31] Alles in: PAAA, R 10158.

[32] Alles in: PAAA, R 10159; siehe dazu besonders die Telegramme Rosenbergs vom 14., 20. und 21. Dezember 1917.

[33] Telegramm Bussches an Lucius vom 22. Dezember 1917, ebenda.

[34] Telegramm Grünaus an das Auswärtige Amt vom 22. Dezember 1917, ebenda.

[35] Ebenda. Dabei wurde von den Finnen die von Svinhufvud am 15. Dezember 1917 in Hel-sinki unterzeichnete Notifikationsurkunde über „die staatliche Selbständigkeit Finnlands“ überreicht.   

[36] Das Dokument ist in deutscher Sprache wiedergegeben in: Juri Achapkin (Hrsg.): Die ersten Dekrete der Sowjetmacht, Berlin 1970, S. 81.

[37] Alle Unterlagen dazu in: PAAA, R 10160.

[38] Dekrete der Sowjetmacht, Band I, Moskau 1957, S. 505 – 510.

[39] Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Erste Reihe, Band 8: Der Friede von Brest-Litowsk, Düsseldorf 1971, S. 540.

[40] Das Protokoll ist abgedruckt in: Deutsch-Sowjetische Beziehungen von den Verhandlungen in Brest-Litowsk bis zum Abschluß des Rapallovertrages, Band I, Berlin 1967, S. 403 – 410. 

[41] Das Telegramm ist abgedruckt in : L´Allemagne et les Problemes de la Paix, Band III, Paris 1976, S. 379/380. 

[42] Vollständig abgedruckt in: Franz Beyer: Das deutsche Einschreiten in Finnland 1918 als völkerrechtmäßige Intervention, Braunschweig/Berlin/Hamburg 1928, S. 55/56. Abschriften für das Auswärtige Amt und für Ludendorff in: PAAA, R 10162.

[43] Telegramm Grünaus an Hertling vom 7. März 1918 in: BAB, R 43/2406d, Bl. 22/23.

[44] Siehe dazu das Telegramm Hertlings an Wilhelm II. vom 7. März 1918 und das Antwort-telegramm darauf vom selben Tag in PAAA, R 22180 sowie den Auszug aus dem Protokoll zur Sitzung des Preußischen Staatsministeriums am 9. März 1918, abgedruckt in: Archi-valische Forschungen zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Band 4/III, Berlin 1959, S. 1234 – 1237. 

[45] PAAA, R 6126, Bl. 102 und 97.

[46] Protokoll und Gutachten ebenda, Bl. 145 – 152.

[47] Protokoll in: BAB, R 43/2406d, Bl. 55 – 57. 

[48] Der Operationsbefehl vom 2. März 1918 ist abgedruckt in: Der Krieg zur See, Dritter Band: Der Krieg in der Ostsee, Dritter Band, Frankfurt am Main 1964, S. 433.

[49] Rüdiger von der Goltz: Meine Sendung in Finnland und im Baltikum, Leipzig 1920, S. 48.

[50] Reichs-Gesetzblatt Jahrgang 1918, S. 701 – 719. Die Unterlagen dazu befinden sich im Bestand PAAA, R 22104 – 22107. Der Bundesrat stimmte dem Vertrag in seiner Sitzung am 17. März 1918 zu: Protokolle über die Verhandlungen des Bundesrats des Deutschen Reichs, Jahrgang 1918, S. 143. Im Reichstag wurden der Vertrag am 22. März 1918 und im finnischen Landtag am 31. Mai 1918 angenommen: Verhandlungen des Reichstags, Band 311, Stenographische Berichte, S. 4569 und Bericht Brücks an Hertling vom 1. Juni 1918, PAAA, R 22105, Bl. 37/38. Der Austausch der Ratifikationsurkunden erfolgte am 25. Juni 1918 in Berlin.

[51] PAAA, R 22105, Bl. 10 und 14.

[52] Hinweis in: BAB, R 43/2406d, Bl. 66.

[53] Ebenda.

[54] Siehe dazu: Der Krieg zur See 1914 – 1918, Dritter Band: Der Krieg in der Ostsee, Dritter Band, a.a.O., S. 321 – 406. 

[55] Norddeutsche Allgemeine Zeitung vom 15. März 1918, Abend-Ausgabe.

[56] Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Erste Reihe, Band 1: Der Interfraktionelle Ausschuß, Zweiter Teil, Düsseldorf 1959, S. 325.

[57] In Stockholm gab die finnische Kolonie ein Essen, bei dem Svinhufvud mit Brück zusammentraf. Siehe dazu den Bericht Brücks vom 1. April 1918 an Hertling in: PAAA,       R 6128, Bl. 113/114.  

[58] Bei der Ankunft des Gesandten vor dem Haus intonierte eine Ehrenwache die „Wacht am Rhein“. Der Wortlaut der bei dem Anlaß auf deutsch gehaltenen Ansprachen von Brück und Svinhufvud ebenda, Bl. 115 – 117. Siehe dazu auch: Albert Goldbeck-Löwe: Aus meinen Erinnerungen an die Zeit vor 10 Jahren, in: Deutsch-Finnische Brücke, 9. Jahrgang 1928, 1. Heft, Seite 13 – 17. Weniger informativ sind folgende Aufzeichnungen über die Thematik im selben Heft: Ernst von Hülsen: Rückblick auf die Vorgeschichte des deutschen Finnland-feldzuges 1918, S. 1 – 7; Hugo Meurer: Erinnerungen an die Zeit vor zehn Jahren, S. 7 – 11 und Graf Rüdiger von der Goltz: Zum 10jährigen Gedenktage der deutsch-finnischen Waffen-brüderschaft, S. 11 – 13. Siehe dazu noch den Brücks Bericht: Vorgeschichte der Hilfs-expedition nach Finnland, in: Deutsch-Finnische Brücke, 10. Jahrgang 1929, 1. Heft, S. 1 – 3 und 2. Heft, S. 23 – 25 sowie Ernst von Hülsen: Die deutsche Mitarbeit an Finnlands Freiheit, in: Zeitschrift für Politik, Fünfzehnter Band, Berlin 1926, S. 263 – 273.

[59] Die Ansprache Mannerheims und die Antwort Svinhufvuds sind in deutscher Übersetzung abgedruckt in: Gustav Mannerheim: Erinnerungen, Zürich 1952, S. 220/221. Brück hatte Hertling in einem Bericht vom 20. April 1918 über das Problem informiert: PAAA, R 6130, Bl. 45 – 47.

[60] Bericht Brücks an Hertling vom 19. Mai 1918 in: PAAA, R 6132, Bl. 121 – 123. Prinz Oskar von Preußen war in morganatischer Ehe mit Gräfin Ina Marie von Bassewitz ver-heiratet.

[61] PAAA, R 6133, Bl. 85 – 89 und 91 – 93. 

[62] PAAA, R 6134, Bl. 62.  

[63] Schultheß´ Europäischer Geschichtskalender, Jahrgang 1919, Zweiter Teil, S. 399/400.

[64] PAAA, R 6140, Bl. 119 – 122 und 218.

[65] Telegramm an Grünau vom 10. Oktober 1918. Im Konzept lautet dieser Satz: „Es ist des-halb nötig, daß Prinz Friedrich Karl sofort ablehnt und diese Ablehnung der Presse mitteilt.“ PAAA, R 6143, Bl. 90/91.         

[66] PAAA, R 130685.

[67] Hertling erhielt bei diesem Anlaß das Freiheitskreuz ohne Brillanten. Hjelt erhielt den preußischen Kronenorden 1. Klasse. Alle Unterlagen dazu in: PAAA, R 22181.

[68] Telegrammentwurf in: PAAA, R 6145.

[69] PAAA, R 130685.     

[70] Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 23. August 1919, Abend-Ausgabe.

[71] PAAA, R 130685.

[72] PAAA, R 135430.

[73] PAAA, R 141208.

[74] PAAA, R 141209.

[75] Alle Unterlagen in der Personalakte des Freiherrn August von Brück im PAAA.

Weitere Links ...
Links